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Kleve
Volles Haus zum runden Geburtstag

Kleve: Volles Haus zum runden Geburtstag
Der Ton stimmt - die Akustik der Halle ist berühmt, auch bei der Feier des 50. Geburtstags. FOTO: Gottfried Evers
Kleve. Vor 50 Jahren wurde die Stadthalle Kleve eröffnet. Die Feier des "Geburtstages" moderierte Ludger Kazmierczak. Markus Kock blickte launig auf die ereignisreiche Geschichte der Stadthalle im Schatten der Schwanenburg zurück. Von Matthias Grass

Die Stadthalle hatte zum runden Geburtstag eingeladen, und alle waren in die gute Stube der Stadt gekommen, um ein rundum gelungenes Fest unter der launigen Moderation von Kleves WDR-Studioleiter Ludger Kazmierczak zu feiern. Ein buntes Fest, beschwingt wie die Musik der Cleveland Big Band der Kreismusikschule und ihrer Solisten Johanna Schulte und Eric Plageman mit den Evergreens aus den 1960er Jahren.

Es war ein Blick zurück und nach vorn. Mit Gästen wie Wilfried Szubries, der als Mitglied des Ensembles vom Theater am Niederrhein (TAN) vor 50 Jahren den Eröffnungssekt austrank. Mit dem ehemaligen Beigeordneten der Stadt Kleve, Dr. Wilhelm Pfirrmann, der hier die wunderbar bunte, weiland überregional bedeutende Kulturbörse groß machte. Mit Reinhard Berens, der hier einst Rock-Bands bei nur fünf Mark Eintritt auf die Bühne brachte und nicht zuletzt mit Sigrun Hintzen, die die Halle mit dem Klang füllt, der ihr so guttut: mit der klassischen Musik. Und natürlich mit Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks, die sich erinnerte, als Schülerin hier die Generalproben des TAN erleben zu dürfen und hinterher bei "Magdalenchen" einzukehren, in deren Einraumkneipe sie als Schülerin ja eigentlich gar nicht gedurft hätte. . .

Innen ist die Stadthalle ein bisschen in die Jahre gekommen, die Stühle führen mit klappenden Sitzkissen ihr Eigenleben und laden auch nicht mehr wirklich zum langen Verweilen ein. Doch die hochgelobte Akustik für die Musik ist gut wie eh und je: Große Orchester wie Solisten kommen gerne in dieses Haus mit dem guten Klang, sagt Hintzen. Szubries stellte fest, dass die fürs Sprechtheater nicht wirklich gute Akustik heute mit Mikrofon überhaupt kein Problem darstellt. Zuvor hatte Theo Brauer klargestellt, dass sich eine Stadt Kleve das Zuschussgeschäft Kultur in der Stadthalle so lange leisten werde, wie es eben geht. "Die Stadt Kleve hat den für Städte vergleichbarer Größe höchsten Kulturetat weit und breit", konstatierte Brauer in seiner Begrüßung. Neben der Stadthalle unterhalte man das Museum Kurhaus mit seiner unermesslichen Breitenwirkung, das von 1600 Bürgern unterstützt werde.

In zwei Gesprächsrunden tauchte Kazmierczak in die Geschichte der Halle, erinnerte an helle wie schwarze Momente, als nach einem Boxkampf ein britischer Boxer zusammenbrach und kurze Zeit später starb. Szubries' riet dem freien Theater in der Stadt, in Zukunft mehr mit professionellen Häusern zusammenzuarbeiten, nachdem er vom Niedergang des Theaters am Niederrhein berichtet hatte. Berens stellte fest, dass heute das Problem beim Theaterprogramm in der Balance von Finanzierung und Qualität der Stücke stecke: "Das ist eine Gratwanderung", so der Kino-Geschäftsführer. Theo Brauer verwies auf den in der ersten Reihe sitzenden Karl Kemper, der vor Sigrun Hintzen die Reihenkonzerte organisierte und ihn wie Schüler-Generationen für die Musik begeistern konnte. Einig waren sich alle: Der Kontakt zu den Schulen muss für die Konzerte wie für das Theater intensiver werden.

Nach den Gesprächsrunden und sphärischen Klängen eines Hang (Jaron Tripp) mit fantastischer Klarinette (Samantha Archer) folgte der Höhepunkt des Abends: Markus Kock vollzog einen grandios humorvollen Parforceritt durch Geschichte und Zukunft der Stadthalle, in dem alles sein Fett abbekam: von dem Parkleitsystem über das alle fünf Jahre sich wiederholende Werkstattverfahren zum Minoritenplatz bis zur Zweier-Loge für Brauer und Ex-Stadtdirektor Manfred Palmen, die dort als Muppets Statler und Waldorf das Geschehen in der Stadt kommentieren sollten . . .

Quelle: RP
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