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Kleve
Von der Strömung mitgerissen: 40-Jähriger im Rhein ertrunken

Kleve: Von der Strömung mitgerissen: 40-Jähriger im Rhein ertrunken
Mit knapp 60 Einsatzkräften war die Klever Feuerwehr an der Suche nach dem Ungarn beteiligt. FOTO: schulmann
Kleve. Ein 40-jähriger Mann aus Ungarn ist, wie eine niederländische Zeitung berichtet, am Samstag gegen 15 Uhr im Rhein ertrunken. Er war auf der Emmericher Rheinseite direkt hinter der Grenze in dem kleinen Ort Spijk in den Fluss gegangen und wurde von der starken Strömung mitgerissen. Von Peter Janssen

Nach Angaben der niederländischen Polizei war der Mann zusammen mit einem Freund zum Baden an den Rhein gekommen. Der Freund sah, wie der 40-Jährige im Wasser unterging und nicht mehr an die Oberfläche zurückkam. Der Freund des Ungarn informierte über die Notrufnummer die niederländische Polizei.

Ein Großaufgebot von deutschen und niederländischen Kräften suchte nach dem Mann. Die Arnheimer Polizei hatte deutsche Rettungskräfte um Hilfe gebeten. Als der Einsatz zwei Stunden ohne erfolglos geblieben war, wurde die Rettungsaktion abgebrochen. Laut einer Sprecherin der Feuerwehr Gelderland-Midden ist die Strömung an der Stelle extrem stark. Der Ungar ist vermutlich von dem Fahrwasser der Großschiffe angesaugt worden. Gestern setzten die Niederländer die Suche fort. Mit einem Sonarboot sollte der 40-Jährige geortet werden.

Neben Kräften von Wasserschutzpolizei, DLRG und Taucherstaffel Nimwegen beteiligte sich auch die Klever Feuerwehr mit einem Großaufgebot an der Suche. Stadtbrandinspektor Ralf Benkel, der den Einsatz koordinierte, war mit knapp 60 Kräften vor Ort.

Verantwortlich für den Einsatz der DLRG war Jörg Thonnet. Die Ortsgruppen Kleve und Goch beteiligten sich mit Booten an der Suche, aus Weeze waren Taucher an den Unfallort gekommen. Bezirkseinsatzleiter Thonnet sagte gestern, dass er sich immer wieder wundere, wie viele Leute - auch Familien mit kleinen Kindern - im Rhein baden gingen. "Das ist extrem gefährlich. Die enormen Strömungen können auch geübte Schwimmer unter Wasser reißen", sagt Thonnet. Wenn Schubverbände vorbeikommen und eine Welle werfen, hätten Kinder keine Chance mehr und wurden sofort in einen Zog geraten, so der Einsatzleiter.

Bereits in der vergangenen Woche ereignete sich ein tödlicher Badeunfall. Da verunglückte ein 29-jähriger Emmericher in einem Baggersee in Emmerich-Vrasselt. Trotz eingeleiteter Reanimationsversuche konnte der dazu gerufene Notarzt nur noch den Tod des jungen Mannes feststellen.

Quelle: RP