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Kranenburg
Von Wölfen, Drachen und Rittern

Kranenburg. Schauplatz des ersten Märchenfestivals in Kranenburg waren die alte Stadtmauer, die Kirchwiese und der Klostergarten.Händler- und Handwerkermarkt auf der Kirchwiese. Sieben Lager aus ganz Deutschland. Sehr gute Resonanz. Von Werner Stalder

Die Premiere ist glänzend gelungen: Das, was sich zwischen Mühlenturm und der Stifts- und Wallfahrtskirche abspielte, war wahrlich märchenhaft. Schauplatz des ersten Märchenfestivals in Kranenburg waren die alte Stadtmauer, die Kirchwiese und der Klostergarten.

Auf der Hauptbühne, gestiftet von Theo Elbers, zeigten die Kinder der Christophorus-Grundschule vor einer sagenhaften Zuschauerkulisse von 180 Kindern, deren Eltern und Angehörigen, ein großartiges Bühnenstück, begleitet von stürmischem Beifall. Schon der Umzug der Grundschule durch den historischen Ortskern zum Festivalgelände hatte Begeisterung ausgelöst. Die Schul- und Kindergartenkinder hatten historische Wappen angefertigt, die an der Mauer der Kirchwiese ihren Platz fanden. Zu einer Begehung des Märchenfestivals hatte Bürgermeister Günter Steins die verantwortlichen Mitarbeiter, Organisatoren und Sponsoren eingeladen.

In der "Ratten-Kogge" gab es einen kühlen Trunk, und auf ging es zum Händler- und Handwerkermarkt auf der Kirchwiese im Schatten der Wallfahrtskirche. Dort zeigte ein Schmied seine Kunst, Kräutersalz wurde angeboten, mittelalterliche Gegenstände angepriesen, selbst gemachter Schmuck präsentiert, die Marmeladenfee bot ihre Erzeugnisse an, und der Holunderblüten-Likör schmeckte köstlich. Es wurde gesponnen, Nadelbinden entstanden, und Arbeiten aus Wolle und Filz waren zu bewundern. Die Seniorenresidenz bot einen leckeren mittelalterlichen Gulasch-Eintopf an. Im Klostergarten hatten sich drei mittelalterliche Lager eingefunden: Germanen und Kelten mit Bogenschießen, die Ritterschaft zu Kalios mit einem Drachen und die Wölfe Westfalens.

Es gab eine Schatzsuche für Kinder, ein handbetriebenes Kettenkarussell, märchenhafte Spielparcours und ein Armbrustschießen, wobei Bürgermeister Steins ein gutes Auge bewies. Der Herold mit dem Drachen erzählte, dass acht Leute und fünf Zelte zu seiner Ritterschaft gehören.

Alle teilnehmenden sieben Lager aus ganz Deutschland hatten die Nacht in ihren mittelalterlichen Zelten verbracht. Der Bauernladen Hebben hatte für jedes Lager einen Gemüsekorb gestiftet. Teilweise wurde auf offenem Feuer gekocht und gebraten. Verschiedene regionale Betriebe und örtliche Jugendeinrichtungen waren dabei.

Gemütlich war es auch auf dem Gelände des St.-Johannes-Stiftes. Hier gab es Kaffee und Kuchen, und auf der Märchenbühne erzählte Doris Baumann aus Rees, begleitet von stimmungsvoller Gitarrenmusik, ein spannendes Märchen. Die Zuschauer saßen dabei, wie auch vor der Hauptbühne, wie anno dazumal auf Strohballen.

"Wunderbar heute!", schwärmte Gemeindemitarbeiter Markus Schlegel angesichts des strahlenden Sonnenscheins und der fröhlichen Besucher. Und Bürgermeister Steins sagte: "Ich bin angenehm überrascht, wie das Festival angenommen wird."

Es ging weiter mit der Freien Sippe von Assnidi, die eine Bauernschaft um das Jahr 800 darstellte. Die vier Erwachsenen und ein Junge treten bis zu zwölf Mal im Jahr an verschiedenen Orten auf. Bei den Soester Mittelalterfreunden waren echte Ritterrüstungen zu bewundern. Sie besorgten auch das spektakuläre Böllern auf dem Kanonenplatz hinter dem Ententeich. Die Dortmunder Stadtwache hatte sogar einen Minoritenpater mitgebracht, und mitten im Trubel saß eine mittelalterlich gekleidete Frau beim Handarbeiten.

Schließlich waren mit neun Zelten, 18 Leuten und 10 Pferden die Schwanenreiter nach Kranenburg gekommen. Ihre Attraktionen waren zweifellos das Ponyreiten für Kinder und die Turniershows auf dem Turnierplatz.

Quelle: RP
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