| 17.48 Uhr

Asylbewerber in Uedem
Vorfall mit Flüchtlingen macht Bürgermeister Weber traurig

Uedem. Bürgermeister Rainer Weber nahm Stellung zu den Vorfällen, die sich am Donnerstagmorgen an der Lohstraße ereignet haben: "Dieser Vorfall macht mich sehr traurig. Die Gemeinde Uedem hat bisher 200 Flüchtlinge dezentral in 32 Wohnungen untergebracht. Hinsichtlich der Integration sind wir auf einem guten Weg. Die Flüchtlinge müssen sich aber auch an Regeln halten, damit ein gutes Miteinander sichergestellt werden kann." Von Julia Lörcks

Und das ist auch der Grund, warum die zehn Asylsuchenden, die allesamt aus Nordafrika stammen, überhaupt verlegt werden sollten. "Es gab an der Lohstraße wiederholt nächtliche Ruhestörungen und Verstöße gegen die Hausordnung", berichtet Weber im Gespräch mit unserer Redaktion. Um was es dabei genau ging, wollte er nicht sagen. Nur so viel: Es war so laut, dass andere Bürger nicht mehr schlafen konnten. Zudem verschafften sich die Flüchtlinge Zugang zu Räumen, die sie nicht betreten durften. Auf Grund dessen hat die Gemeinde den Flüchtlingen im Vorfeld – schriftlich wie mündlich – mitgeteilt, dass sie in eine andere Unterkunft umziehen müssen. Das sollte Donnerstag passieren. Die Situation eskalierte allerdings.

Auseinandersetzung mit Mitarbeitern des Ordnungsamtes

Denn wie berichtet, gab es eine Auseinandersetzung zwischen den Mitarbeitern des Ordnungsamtes und den Flüchtlingen. Letztere weigerten sich, umzuziehen. Daraufhin verständigte das Ordnungsamt die Polizei, die wiederum Platzverweise aussprach und vier Menschen für mehrere Stunden in Gewahrsam nahm. Einer davon verletzte sich leicht, weil er plötzlich absichtlich in eine Schaufensterscheibe sprang.

Was mit den Flüchtlingen nun passiert, ob sie getrennt oder be-straft werden, ob Strafanzeige gestellt wird – all das konnte und wollte Weber nicht erklären. Fest steht aber: Die zehn Asylsuchenden leben jetzt in einer anderen Unterkunft innerhalb der Gemeinde. Wo, das wollte Weber natürlich nicht sagen. Er beabsichtigt aber, sie zu besuchen, mit ihnen zu sprechen. Ob er sie dort antrifft, bleibt ungewiss.

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