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Kleve
Warmer Winter lässt Preise purzeln

Kleve: Warmer Winter lässt Preise purzeln
Heinz van Wickeren, Mitarbeiter beim Hagebaumarkt Swerz in Kleve, trägt einen Packen reduzierter Hartholz-Briketts vorbei an Körben voller Schneeschaufeln, die bislang ebenfalls kaum nachgefragt werden. FOTO: Gottfried Evers
Kleve. Wegen der bislang recht hohen Temperaturen kann man jetzt Schnäppchen machen. Dicke Winterkleidung ist im Angebot. Schneeschaufeln und Brickets sind Ladenhüter. Bekleidungshäuser steigen schon auf Frühjahrsmode um. Von Marc Cattelaens

Wer derzeit durch Kleves Fußgängerzone bummelt, sieht rot. Überall hängen Schilder mit entsprechen eingefärbten Prozentzeichen, die signalisieren, dass jetzt Schnäppchenzeit ist. Im Angebot ist alles, was wärmt: dicke Jacken, gefütterte Schuhe, lange Schals.

"Das Herbstgeschäft war sehr schwach. Während wir zu der Jahreszeit sonst viele Winterjacken verkaufen, blieb der Ansturm der Kunden dieses Mal aus. Es war einfach viel zu warm", sagt Werner Moser, der Inhaber des Bekleidungsgeschäfts "Pupille" auf der Großen Straße.

In den Klever Bekleidungshäusern - wie hier bei Mensing Damenmoden - sind derzeit vor allem warme Pullover und dicke Jacken im Angebot. FOTO: Evers, Gottfried (eve)

Das bestätigt Klaus Fischer, Filialleiter bei Alexander Herrenmode. "Dicke Jacken und warme Mäntel hängen an den Verkaufsständern wie Blei, die braucht man jetzt einfach nicht", sagt Fischer. Selbst mit hohen Preisnachlässen sei die Winterware derzeit kaum an den Mann zu bringen. Der einzige Lichtblick: Steppjacken. "Die sind nicht ganz so dick, verlangen nicht unbedingt nach Minusgraden und verkaufen sich deshalb gut", sagt Fischer. Viele seiner Kunden hätten die Hoffnung auf einen richtigen Winter schon aufgegeben. "Wir haben schon die ersten Sommerjacken verkauft. Das ist zumindest für Männer sehr untypisch."

Auch im Klever Kaufhof ist die Stimmung, was den Verkauf von Winterkleidung angeht, eher gedämpft. "Der Verkauf von warmen Jacken und dicken Pullovern läuft schleppend", berichtet Abteilungsleiter Eduard Roos. Deshalb setze der Kaufhof auf Rabattaktionen. "Die steigern den Abverkauf. Das geht zurzeit nur über den Preis", sagt Roos. Das Lager sei noch gut gefüllt. "Jeder, der eine Winterjacke will, bekommt sie bei uns", betont der Abteilungsleiter.

Doch nicht nur warme Kleidung ist derzeit ein Ladenhüter, auch andere Artikel, die in strengen Wintern reißenden Absatz finden, werden bislang kaum nachgefragt. So stapeln sich im Hagebaumarkt Swertz in Kleve Holzbrickets. Auch Schneeschaufeln sind derzeit nicht gerade der Renner. Und der Bedarf an Streusalz und Eiskratzern hält sich ebenfalls in Grenzen. Aber das kann sich natürlich schlagartig ändern, falls doch noch ein Wintereinbruch kommt. "Wir sind auf alles vorbereitet", sagt der stellvertretende Filialleiter Stephan Ketz. Dennoch laufen die Vorbereitungen für das Frühjahr bei Swertz jetzt schon auf Hochtouren.

Der warme Winter sorgt dafür, dass dem Klever Reifenhändler Polth großer Stress bislang erspart blieb. "Es gab noch keinen Ansturm auf Winterreifen", sagt Mitinhaberin Nathalie Polth. Außerdem hätten viele Fahrzeughalter noch keinen Termin zum Reifenwechsel vereinbart.

Die Aussichten für die nächsten Tage lassen indes vermuten, dass sich der Winter doch noch mal meldet. Der Kellener Landwirt und ("Hobby"-)Meteorologe Hubert Reyers sagt für Donnerstag und Freitag Temperaturen um die Null Grad tagsüber und Frost in den Nächten voraus.

Quelle: RP
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