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Kreis Kleve
Weeze ist die jüngste Kommune im Kreis

Kreis Kleve. Während in Issum 21,8 Prozent der Einwohner älter als 65 Jahre alt sind, sind das in Weeze nur 18 Prozent. Auch Kleve ist relativ "alt", während Straelen eine günstigere Entwicklung aufweist. Auswirkungen auf die kommunale Infrastruktur. Von Anja Settnik

Die Bevölkerung im Kreis Kleve wird immer älter. Längst werden deutlich weniger Kinder geboren, als Alte sterben. Das hat zur Folge, dass sich die Demografie ungünstig verschiebt - mit dem bekannten Einfluss auf Krankenkosten und Rentenentwicklung. Im Klever Sozialausschuss berichtete jetzt Dr. Elke Olbermann vom Institut für Gerontologie an der Technischen Universität Dortmund. Gerne hörten die Vertreter der Politik, dass der Kreis unterm Strich in den kommenden Jahren einen leichten Bevölkerungszuwachs erfahren wird. Weniger gerne nahmen sie zur Kenntnis, dass der Anteil der über 80-Jährigen im Vergleich zum Landesdurchschnitt überproportional hoch sein wird.

Als Folge einer Datenabfrage hat Olbermann zudem herausgefunden: "Die Unterschiede zwischen den Kommunen sind erheblich." Mit der Einschränkung, dass die Daten von 2013 und 2014 stammen, also Studenten in Kleve oder die jüngste Migrationsentwicklung nicht einberechnet werden konnten, ergibt sich ein recht klares Bild von "alten" oder "jungen" Städten und Gemeinden.

So darf zum Beispiel Weeze sich rühmen, einen vergleichsweise hohen Anteil an Kindern und Jugendlichen in der Bevölkerung zu haben (rund 18 Prozent) und einen relativ geringen Anteil an Senioren (ebenfalls 18 Prozent). Issum fällt am anderen Ende auf: Dort leben sehr viele Menschen über 65, hingegen eher wenige unter 18.

Ein paar Zahlen zum Vergleich: Die Kreisstadt Kleve hatte Ende 2014 (Daten von IT NRW und der Wissenschaftlerin gemittelt) rund 48.800 Einwohner. Unter 18 Jahre alt waren 7 900 Einwohner (16,3 Prozent der Gesamtbevölkerung), älter als 65 (20,9 Prozent) waren 10.200. Goch, die zweitgrößte Stadt, hatte Ende 2014 rund 33.400 Einwohner, davon 5840 Kinder und Jugendliche (17,5 Prozent) und 6340 Männer und Frauen über 65 (19 Prozent).

Geldern im Südkreis, geringfügig kleiner als Goch, hatte Ende 2014 insgesamt 33.190 Bewohner, davon 5560 unter 18-Jährige (16,6 Prozent) und 6360 über 65-Jährige (19,2 Prozent). Straelen wiederum fällt positiv mit einer relativen Jugend auf: Von 15.740 Einwohnern waren rund 2650 Menschen null bis 18 Jahre alt (16,3 Prozent) und dabei nur 17,4 Prozent älter als 65. Issum wurde als "älteste" Kommune ermittelt. Dort lebten am 31.12.2014 insgesamt 11.920 Bewohner, davon 1900 Kinder und Jugendliche (15,9 Prozent) und 2600 Senioren. 21,8 Prozent der Issumer sind 65 und mehr Jahre alt.

Diese Erkenntnisse haben Folgen: Manche Kommune muss noch stärker als bisher an Einrichtungen für Senioren denken (siehe unten), andere bauen vermehrt Kindergärten. Georg Koenen von der Gemeinde Weeze gibt zu, dass sich die Verwaltungsspitze über den positiven Trend freut. "Gründe für unsere Situation sind große neue Wohngebiete mit günstigem Bauland und Investitionen in Infrastruktur." Nach dem Abzug der Briten, der die Gemeinde 5000 Einwohner gekostet hatte, vollzogen die Weezer einen Strukturwandel, rissen Hochhäuser ab, wiesen Baugebiete aus. Viele junge Familien zogen zu.

Quelle: RP
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