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Kreis Kleve
Weitgehend freie Fahrt auf der Niers

Kreis Kleve: Weitgehend freie Fahrt auf der Niers
Da ist noch Platz: Dirk Deters (r.) und Josef Goetzens zeigen, dass man auf der Niers derzeit noch gut Kanu fahren kann. FOTO: van Offern Markus
Kreis Kleve. Bootsverleiher: Nur ab Weeze ist der Wasserstand problematisch. Neue Info-Tafeln wurden aufgestellt. Von Michael Klatt

Versonnen blickt Josef Goetzens auf die Niers, die am Bootssteg der Moorenstraße in Wachtendonk rasch nordwärts fließt. Das Wasser steht ziemlich hoch, doch schon wesentlich niedriger als noch Anfang dieser Woche. "Da war hier alles überflutet", sagt Goetzens und deutet auf die Schotterfläche am Steg. Die massiven Regenfälle der jüngsten Zeit haben auch das Geschäft der Bootsverleiher beeinträchtigt, die sich im Verein "Wassertourismus Niers" zusammengeschlossen haben, dessen 2. Vorsitzender Goetzens ist. Und der fand, wie manche Kollegen, die veröffentlichte Empfehlung des Niersverbands nicht hilfreich, wonach die Niers in den nächsten Tagen nicht mit Kanus oder anderen Booten befahren werden sollte.

Problematisch sei nur der Wasserstand ab Weeze gewesen, blickt Goetzens auf die Ergebnisse der vom Verein regelmäßig durchgeführten Streckenbefahrungen zurück. "Von Süchteln bis Wachtendonk ließ sich die Niers bis auf zwei Tage komplett befahren, auf der anschließenden Strecke bis Pont haben wir fünf Tage herausgenommen." Jetzt laufe die Niers aber ab.

In der laufenden Paddelsaison habe das Wetter bisher vieles verhagelt. Spontane Buchungen waren laut Goetzens angesichts von Wolkenbrüchen, Windstößen und Gewittern schwierig. Länger geplante Touren ließen sich in der Regel problemlos verlegen. Oder aber die Verleiher sorgten für ein Ersatzprogramm, zum Beispiel Planwagenfahrten oder Bowling mit Grillen.

Allgemein ist die Buchungsfrequenz nach einem Höchststand vor etwas sechs Jahren zuletzt leicht zurückgegangen. Wobei immer mehr Nierspaddler Schlauchboote verlangen, der Geselligkeit wegen. Eine Zunahme verzeichnen die Verleiher auch bei den Kombi-Programmen: Da gibt es zusätzlich zum Paddeln beispielsweise Bogenschießen, Planwagenfahrten, Radtouren, bevorzugt mit den grünen Niederrhein-Rädern oder eine Spaß-Olympiade. "Der Trend geht zum Gruppen-Event", sagt Goetzens, wozu auch Familientreffen zählen.

Die Renaturierung in manchen Abschnitten hat die Niers attraktiver gemacht. "Wir haben Stammgäste, die sagen, die Etappe von Pont nach Geldern sei am schönsten." Eine Neuerung hat "Wassertourismus Niers" jetzt abgeschlossen. Zwischen Süchteln und Kessel sind an den Ein- und Ausstiegsstellen rund 15 einheitliche Info-Tafeln aufgestellt worden. Etwas ändern möchten Goetzens und Kollegen in Geldern. Dort gebe es nur am Haus Golten einen provisorischen Steg, an dem es bei regem Ausflugsverkehr schnell eng werde. "Wir wollen etwas Festes, am liebsten im Nierspark." Goetzens ist wegen der allgemein guten Zusammenarbeit mit den Kommunen zuversichtlich, dass die Gespräche mit der Stadt da zum Erfolg führen.

Quelle: RP
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