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Kleve
Weltweit denken - lokale Produkte essen

Kleve: Weltweit denken - lokale Produkte essen
"Die vom Deich" haben sich mit über 30 ökozertifizierten Betrieben zur Bio-Region-Niederrhein zusammengeschlossen. FOTO: Klaus Stade
Kleve. Nach dem Dokumentarfilm "10 Milliarden - wie werden wir alle satt" diskutieren Filmemacher Valentin Thurn, die Bioregion Niederrhein, die Oregional Rhein-Waal und Grüne im Tichelpark-Kino über die Zukunft der Landwirtschaft. Von Matthias Grass

Das Stichwort könnte den Programmen von Oregional Rhein-Waal und Bio-Region Niederrhein entnommen sein: "Think Global - Eat Local". Man solle für eine nachhaltige Landwirtschaft durchaus weltweit denken, aber vor allem die Produkte aus der Region konsumieren. Dieses Denken aber in allen Köpfen zu verankern, sei ein dickes Brett, das gebohrt werden müsse, sagt Dr. Kurt Kreiten, Leiter der Katholischen Heimvolkshochschule Wasserburg Rindern (HVHS). Zusammen mit der niederländischen Stichting Landwaard und der Hochschule Rhein-Waal (die nachhaltige Landwirtschaft als Studiengang anbietet) hat er die Oregional Rhein-Waal ins Leben gerufen, die sich vor allem die Förderung von nachhaltig erzeugten und verarbeiteten landwirtschaftlichen Produkten und die Stärkung des grenznahen Raumes der Regio Rhein-Waal auf die Fahnen geschrieben hat.

Zusammen mit Dr. Sybille Sonderfeld-Fresko von der Bio-Region Niederrhein sowie dem Orts- und dem Kreisverband der Grünen hat Kreiten jetzt den Kölner Dokumentarfilmer Valentin Thurn nach Kleve geholt. Dessen erster Kinofilm "Taste the Waste - die globale Lebensmittelverschwendung" wurde mehrfach ausgezeichnet. Kino-Chef Reinhard Berens öffnet den Veranstaltern für die Sonntagsmatinee den großen Saal im Tichelpark-Kino. Dort wird am Sonntag, 21. Februar, 11 Uhr, zunächst der 100-minütige Dokumentarfilm "10 Milliarden - wie werden wir alle satt" gezeigt und anschließend mit Thurn zum Thema "Think Global - Eat Local" mit den Besuchern über die Zukunft von Landwirtschaft diskutiert. (Eintritt fünf Euro). Thurns These: "Wir können etwas verändern. Wenn wir es wollen".

In seinem Film wirft er die Fragen auf, ob man Fleisch künstlich herstellen kann (das erforscht derzeit die Uni Maastricht), er fragt, wo die Nahrung für zehn Milliarden Menschen herkommen soll. Eine seiner Thesen, so Margo Bromont vom Grünen-Kreisverband: Essen sollte regional erzeugt sein.

Sybille Sonderfeld-Fresko kennt die Mühen einer regionalen Landwirtschaft. Vor allem, wenn sie mit ökologischen Erzeugnissen teurer sei. Seit über 20 Jahren vermarktet sie in Kleve mit ihrem Hof "Wir vom Deich" Bio-Produkte von Gemüse bis Wurstwaren. Im ländlichen Bereich sei die Vermarkung beispielsweise über Gemüsekisten nicht so einfach, wie in der Nähe einer Großstadt. "Wir verkaufen hauptsächlich über unseren Hofladen", sagt Sonderfeld-Fresko. Der Hof habe über Jahre hinweg eine etwa gleich große Kundschaft gehabt. Mit der Hochschule seien neue Kunden hinzugekommen. "Wir müssen erklären, wie unsere Lebensmittel entstehen, dass wir fair unsere Mitarbeiter bezahlen und dass wir das Futter für das Vieh aus der Region beziehen - das sind alles Kosten, die wir weitergeben müssen. Dafür bekommt der Verbraucher aber ein gutes und vor allem auch ökologisches Produkt", sagt sie.

Kurt Kreiten setzt für seine Küche auf regionale Produkte. 20 000 Mittagessen stellen seine Köche jährlich auf die Tische der Heimvolkshochschule. "Die Regionalität ist ein Standortfaktor, unsere Gäste finden das gut. Das kommt an", sagt er. Wenn man wolle, könne man auch in einer Großküche regionale Produkte anbieten - zumindest in bestimmten Bereichen, sagt der Wasserburg-Chef. Aber dazu müsse eben auch Überzeugungsarbeit geleistet werden, fügt er an. Deshalb die Kino-Matinee, die nicht nur einen spannenden Dokumentarfilm zeigen will, sondern auch zur Diskussion übers Essen und seine Herkunft einladen möchte.

Quelle: RP
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