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Kreis Kleve
Wenn das Herz unter Druck gerät

Kreis Kleve: Wenn das Herz unter Druck gerät
Deutlich ist die aufgeschnittene Aorta und darin die bereits neu eingesetzte Bio-Herzklappe zu sehen. FOTO: Probst
Kreis Kleve. Experten der Klinik für Kardiologie informieren im Rahmen einer bundesweiten Aufklärungs-Kampagne zum Thema "Herz unter Stress: Bluthochdruck, Diabetes, Cholesterin" mit zwei kostenlosen Veranstaltungen in Kevelaer und Kleve. Von Antje Thimm

100.000 mal schlägt das menschliche Herz pro Tag und pumpt dabei 7000 Liter Blut - eine beachtliche Leistung und Grund genug, diesen Muskel gesund zu erhalten. Wer gut informiert ist, weiß, bei welchen Alarmzeichen er zum Arzt gehen muss. Deshalb veranstaltet die Deutsche Herzstiftung alljährlich im November die "Herzwochen", eine bundesweite Aufklärungs-Kampagne mit kostenfreien Informationsveranstaltungen für die Öffentlichkeit.

"Wir informieren als verlängerter Arm der Herzstiftung die Bevölkerung, um Herz-Kreislauferkrankungen, den häufigsten Erkrankungen in unserer Gesellschaft, durch Aufklärung vorzubeugen", erklärt Professor Dr. Stefan Schuster, Chefarzt der Kardiologie am Katholischen Karl-Leisner-Klinikum Kleve, der zusammen mit zwei anderen Kollegen seiner Abteilung, den Oberärzten Dr. Norbert Bayer und Dr. Georg Schouwink, in zwei Veranstaltungen in Kleve und Kevelaer informieren und Patientenfragen beantworten wird. In diesem Jahr ist die Veranstaltungsserie überschrieben mit dem Titel "Herz unter Stress: Bluthochdruck, Diabetes, Cholesterin."

Dr. med. Norbert Bayer, ab 1. Januar 2017 neuer Chefarzt. FOTO: Katholische Karl-Leisner-Trägergesellschaft mbH

"Das Wort Stress kommt eigentlich aus den Ingenieurwissenschaften und bedeutet Druck, der auf einen Stoff ausgeübt wird und ihn verändert", erläutert Dr. Schuster und beschreibt einen der wichtigsten Risikofaktoren für den Herzinfarkt. Psychischer Stress könne sogar eine akute Herzmuskelentzündung verursachen, so der Kardiologe. "Kämpfen oder fliehen - so stehen wir alltäglich in Stresssituationen vor Entscheidungen und sollten wissen, wie damit umgehen, so, dass der Druck keinen Schaden anrichtet", erklärt Professor Stefan Schuster.

Dr. med. Georg Schouwink Oberarzt der Klinik für Kardiologie. FOTO: Katholische Karl-Leisner-Trägergesellschaft mbH

Bluthochdruck ist hier ein wichtiger Gradmesser, darüber wird Dr. Schuster an den Info-Tagen ausführlich unterrichten. "Wenn der Blutdruck plötzlich unkontrolliert ansteigt, manchmal noch begleitet von Schwindel, Übelkeit oder Erbrechen, ist dies ein Notfall, dann muss man 112 wählen und medizinisch versorgt werden", betont der Arzt.

Weitere Risikofaktoren für Herzerkrankungen sind Diabetes und Fettstoffwechselstörungen - hierfür wird Oberarzt Dr. Norbert Bayer während den Informationsveranstaltungen zuständig sein. Er wird auch ab Januar 2017 in der Klever Kardiologie die Nachfolge von Dr. Stefan Schusters antreten, der dann in den Ruhestand geht. Oberarzt Dr. Georg Schouwink schließlich wird das Gebiet Stress ausführlich behandeln.

"Herzerkrankungen sind beeinflussbar" sagt Dr. Bayer und weist darauf hin, dass man Faktoren wie erhöhte Blutfettwerte und Diabetes minimieren kann durch gesunde Ernährung und viel Bewegung. Bei der Ernährung sei gerade die mediterrane Küche sehr empfehlenswert. Bewegung sei auch sehr hilfreich, um einen erhöhten Zuckerspiegel zu senken, der ebenfalls eine Belastung für das Herz darstelle. Auf diese Themen wird der Arzt an den beiden Info-Tagen noch ausführlich eingehen und auch die Medikamente erläutern, die eingesetzt werden können.

Informieren und Aufklären sehen die drei Fachärzte als eine wichtige Maßnahme zur Prävention von Herz-Kreislauferkrankungen. Sie bestätigen, dass diese regelmäßigen Aufklärungs-Kampagnen der Deutschen Herzstiftung bereits bewirkt haben, dass Patienten Alarmsymptome schneller erkennen, früher zum Arzt gehen. "Das ist sehr gut, denn Zeit rettet oft Leben", so das Expertenteam.

Die beiden Informationsveranstaltungen sind angesetzt für Mittwoch, 2. November, ab 18.30 im Kevelaerer Konzert- und Bühnenhaus und am Mittwoch, 9. November, im Hörsaal 2 der Hochschule Rhein-Waal in Kleve ebenfalls ab 18.30 Uhr. "Fragen aus dem Publikum sind sehr erwünscht", betonen die Experten.

Es werde nicht nur vorgetragen, die Fragen der Zuhörer würden auch ausführlich besprochen, das Ende sei offen. "Wir bringen Zeit mit", erklären die Ärzte.

Quelle: RP
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