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Kleve
Wenn ich Bürgermeister von Kleve wär' . . . Ein Buchprojekt über Kleves höchstes Amt

Kleve. Er hat eine erhöhte Lehne und zeichnet sich ansonsten durch das aus, was man wohl schlichte Eleganz der 1960er-Jahre nennt: Der Stuhl für den Bürgermeister der Stadt Kleve, auf den der Erste Bürger der Stadt saß, wenn er die Sitzungen des Rates leitet. Gekauft um 1960 gleich gegenüber dem Rathaus bei Möbel Rexing. "Um dem damaligen Bürgermeister gegenüber seinen Stadtdirektor und Dezernenten, für die ähnliche Stühle vorgesehen waren, Autorität zu verleihen, wurden die Füße um fünf Zentimeter erhöht", sagt Kleves Museumsdirektor a. D. Guido de Werd. Richard van de Loo saß darauf, Gert Brock, Karlo Thelosen und dann schon als hauptamtliche Bürgermeister Josef Joeken und Theo Brauer. Dann wurden das Möbel und das Rathaus ausrangiert. Von Matthias Grass

Als der Klever Künstler Max Knippert beim Abriss des alten Rathauses das ausrangierte Möbel in die Hand bekam, war klar: Das wird ein besonderes Projekt. In dessen Mittelpunkt steht äußerlich der Stuhl. tatsächlich ist es aber der Klever, den Max Knippert und Markus van Offern in das Möbel holen. Der Mann von der Straße, der Promi, der ehemalige Museumsdirektor, die Frau vom Robinsonplatz mit den Kindern im Hintergrund, den Zahnarzt. Die Menschen sind subjektiv ausgewählt, 50 an der Zahl. "Die Teilnehmer kommen aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen wie Sportler, Einzelhändler, Landwirt, Geistlicher, Hebamme, Kindergärtner, Museumsdirektor oder Bestatter. Sie sollen die Vielfalt unserer Stadt deutlich machen", sagt Knippert. Zusammen mit RP-Fotograf Markus van Offern schritt der Künstler zur Tat: Der oder die Auserwählte bekommt den Stuhl. Die Person darf sich hineinfläzen, herausspringen, sich anlehnen oder gediegen darin sitzen. Wie sie will. "Wir stellen dann die Frage ,Was würden Sie machen, wenn Sie Bürgermeister von Kleve wären?'", erklärt Markus van Offern den Ablauf. Seine Fotos machen jeden von ihnen irgendwie zum "Bürgermeisterkandidaten". "Unser Ziel ist der Wunsch, dazu beizutragen, die Wahlbeteiligung zu erhöhen. Wenn durch die Statements, quer durch die Klever Gesellschaft, eine breite Diskussion entfacht würde, hätten wir unser Ziel erreicht" sagen die beiden Künstler. Sie wollen keinen der tatsächlichen Kandidaten, Sonja Northing, Artur Leenders oder Udo Janssen, bevorzugen. Die Aktion wird Anfang 2016 als Buch erscheinen. Knippert und van Offern möchten jeweils auf einer Buchseite das Foto und auf der gegenüber liegenden Seite den Text, der so abgedruckt werden soll, wie die Beteiligten ihn hereingegeben haben.

Quelle: RP
 
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