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Kleve
"Werklinien": Besuch bei Beuys im Belvedere

Kleve: "Werklinien": Besuch bei Beuys im Belvedere
Den Belvedere krönt seit wenigen Jahren wieder die Göttin der Künste, Minerva. Ihr zu Füßen liegt Haus Koekkoek. FOTO: Graupner
Kleve. Theatralisch lehnt der junge Künstler an der großen Scheibe, durch die der Blick in die Weite geht. Doch er, der Künstler, hat nur den Blick auf den Stift in seiner Hand. "Strich oder nicht Strich", scheint die Hamlet'sche Pose zu fragen. Es ist Joseph Beuys, und sein Strich zog Energiebündel auf das weiche Papier, schlanke Mädchen mit breiten Becken, Schwäne und alle möglichen Versuchsanordnungen. 1950 fotografierte der damalige RP-Fotograf Fritz Getlinger den jungen Mann, der später zu den bedeutendsten Künstler der Bundesrepublik avancieren sollte, im Atelierturm von Hanns Lamers (1897-1966). Der Maler wohnte und arbeitete damals im Belvedere des niederländischen Landschaftsmalers Barend Cornelis Koekkoek (1803-1862) und pflegte eine offene Tür: Hier traf sich die Bohème, Beuys und René Block, der junge Schoofs, Getlinger, um nur einige zu nennen. Ein reger intellektueller Austausch in der niederrheinischen Provinz. Von Matthias Grass

1986, nur wenige Wochen vor Beuys' Tod, erwähnte er in seiner "Notiz" für seine Dankesrede anlässlich des Lehmbruck-Preises diejenigen, denen er sich verpflichtet fühlte: Josef Enseling, Ewald Mataré, Walther Brüx und Hanns Lamers.

Getlingers Foto mit Beuys in Pose gehört zur Ausstellung "Werklinien" im Museum Kurhaus - und Kuratorin Valentina Vlasic hat bewusst den "Werklinien"-Horizont über die Räume des Museums Kurhaus hinaus erweitert. Jetzt steht der Besuch bei Architekt Werner van Ackeren auf dem Programm, der in den 1970er Jahren den maroden Turm nach dem Tode Lamers übernahm und liebevoll restaurierte.

Im Zuge der Ausstellung "Werlinien" öffnet van Ackeren für das Museum Kurhaus am Sonntag, 12. Juni, von 14 bis 17 Uhr den Zugang. "Wir bitten zu beachten: Das Privathaus ist nicht öffentlich zugänglich! Der Hausherr und Gastgeber persönlich empfängt lediglich jene Besucher, die sich im Vorfeld am Empfang des Museums Kurhaus Kleve angemeldet haben", sagt Vlasic.

Anmelden kann man sich bei Susanne Seidl (Tel. 0049 2821 7501-0, E-Mail: kasse@museumkurhaus.de. Es werden Besucherlisten geführt.

Quelle: RP
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