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Kreis Kleve
Wie Schutz für Kinder vor häuslicher Gewalt möglich ist

Kreis Kleve. Eine Erklärung zum Schutz für Kinder vor häuslicher Gewalt hat die Fachtagung in der Stadthalle ergeben. Von Ann-Lea Woitge

Wann sind Kinder tatsächlich von häuslicher Gewalt betroffen? Laut Yvonne Tertilte-Rübo (Klever Gleichstellungsbeauftragte) werden Kinder schon ab dem Zeitpunkt zu Opfern, an dem sie Zeugen von Handgreiflichkeiten im unmittelbaren sozialen Umfeld (auch etwa zwischen ihren Eltern) werden. Bei der Fachtagung zum Thema "häusliche Gewalt bei Kindern" haben Mitglieder der vier "Runden Tische" für ein gewaltfreies Zuhause (Kleve, Goch, Geldern, Emmerich), das Netzwerk "frühe Hilfen Kleve" und Studenten des dritten Semsters für Gender and Diversity (Hochschule Rhein-Waal) eine Opferschutzerklärung für Kinder entwickelt. Hilfe bekamen sie von etwa 140 pädagogischen Einrichtungen des Kreises Kleve (beispielsweise Frauenhaus Impuls, Kitas, Jugendämter), die in Arbeitsgruppen und mit Vorträgen Erfahrungen ausgetauscht haben. Ziel dieser Erklärung ist es, bessere Handlungsmöglichkeiten für soziale Institutionen zu bieten und die Anzahl von Opfern zu verringern. Eine allgemeine Statistik zu Opferzahlen häuslicher Gewalt des Kreises Kleve gibt es nicht, lediglich einzelne Zahlen der verschiednen Institutionen. Beispielsweise erhielt die Klever Polizeibehörde 2014 insgesamt 220 Anzeigen, die eine Art von häuslicher Gewalt betrafen, so Johannes Meurs, Opferschutz der Klever Polizei. Davon seien 218 Kinder betroffen gewesen.

"Die Erklärung beinhaltet verschiedene Schritte, die bei Feststellung von Kindeswohlgefährdung eingeleitet werden müssen", so Tertilte-Rübo. Unter anderem solle eine strukturierte Vernetzung von Polizei und Jugendämtern sowie der jeweiligen sozialen Einrichtung ein zeitnahes Hilfsangebot für die Betroffenen garantieren. Denn momentan lägen die Wartezeiten für eine ärztlich betreute Therapie in solchen Fällen bei 37 Wochen. Soziale Einrichtungen sollen akute Hilfestellungen übernehmen: "Meistens wenden sich Opfer zuerst an Vertrauenspersonen - etwa Lehrer oder Kindergärtner. Durch die Opferschutzerklärung wissen diese, welche Schritte möglich sind."

Quelle: RP
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