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Rp-Serie Unsere Seelsorger (37): Pastor Heinrich Maags
Wie St. Martin den Glauben geteilt

Kleve. Von 1962 bis 1990 war Heinrich Maags Pfarrer in St. Martinus Qualburg. Der Geistliche wurde 1939 in Münster geweiht. Von Werner Stalder

BEDBURG-HAU-QUALBURG Der Primizspruch von Pfarrer Heinrich Maags, Pastor von St. Martinus Qualburg, lautete: "Gott hat uns durch Christus mit sich versöhnt und uns mit dem Dienste der Versöhnung betraut" (2 Kor 5,18). Bereit für Gottes Ruf und im Glauben an die Auferstehung starb der Geistliche am Morgen des Herz-Jesu-Freitags, dem 6. Juli 1990, im 51. Jahr seines Priestertums. Heinrich Maags wurde am 10.

August 1913 in Twisteden geboren. Von dort ging der niederrheinische Bauernsohn zum Collegium Augustinianum Gaesdonck und nahm nach dem Abitur in Münster sein Theologiestudium auf, das er in Bonn fortsetzte. Am 23. September 1939 wurde er von Bischof Clemens August Graf von Galen im Dom zu Münster zum Priester geweiht. Schon bald kam für den jungen Priester der Einberufungsbefehl zur Wehrmacht, in der Heinrich Maags von 1940 bis 1944 Dienst tat.

Als Kaplan wirkte er von 1944 bis 1950 in Rheurdt und von 1950 bis 1962 in Bislich. 1962 übertrug ihm der Bischof die St.-Martinus-Pfarre in Qualburg, die er nach Vollendung seines 75. Lebensjahres, unterstützt durch Pastor Brammen, fast 28 Jahre lang, von 1962 bis 1990, betreute und in der er am 23. September 1989 sein Goldenes Priesterjubiläum feiern konnte. "Sein Wirken hat in der Pfarrgemeinde bleibende Spuren hinterlassen", sagte Annetrud Zeller, die über 20 Jahre Küsterin in der Qualburger St.

-Martinus-Kirche war. In großen Fotoalben hat sie das kirchliche Leben in der Gemeinde festgehalten. Zur Erinnerung bewahrt sie eine Ansichtskarte mit dem Gruß ihres Pastors auf, als dieser mit dem Kreuzschiff "Enrico" auf dem Weg nach Israel war. Beim Goldenen Priesterjubiläum im September 1989 erinnerte Pfarrer Ewald Brammen daran, dass der Priesterjubilar noch im Kaiserreich geboren sei, seine Jugend in der Weimarer Republik verlebt und im Dritten Reich seine Studien aufgenommen habe.

Er habe Krieg, Not und Armut ebenso erlebt wie die Zeit des Wohlstandes und auch den Wandel im religiösen Denken mit ansehen müssen. Pastor Brammen schlug den Bogen zum Pfarrpatron Sankt Martin. "Wie dieser Heilige seinen Mantel, hat Pastor Maags sein Leben und seinen Glauben mit den Qualburgern geteilt", sagte er. Aufgrund seiner Initiative wurde im Jahr 1962 die St.-Martinus-Bruderschaft und auf St. Anna 1964 die Katholische Frauengemeinschaft gegründet.

Außerdem konnte ihm zum 25-jährigen Ortsjubiläum mit der Errichtung eines Bildstockes ein lang gehegter Wunsch erfüllt werden. 1963 durfte sich die Gemeinde freuen. Die St.-Martinus-Pfarre erhielt drei neue Glocken, die aus eigenen Mitteln bestritten wurden. Pastor Maags verlas bei der Glockenweihe das Gutachten der Bischöflichen Musikschule Münster, das über jede Glocke auf ihre Güte und ihren Klang hin erstellt wurde.

Fazit: Ein hervorragendes neues Geläut, auf das die Qualburger stolz sein dürften. Zum 40-jährigen Priesterjubiläum 1979 ging Pfarrer Heinrich Maags auf die besonderen Umstände seiner Priesterweihe wenige Wochen nach Kriegsausbruch ein. Er erinnerte daran, dass von den 62 Neupriestern von damals 26 tot seien. Die meisten wären als Sanitätssoldaten im Krieg gefallen. Einer von ihnen, Karl Leisner, sei nach dem jahrelangen Aufenthalt im Konzentrationslager Dachau, wo er zum Priester geweiht werden konnte, gestorben.

Quelle: RP
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