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Kleve-Kellen
Willibrord ist fit für die Zukunft

Kleve-Kellen: Willibrord ist fit für die Zukunft
Weihbischof Wilfried Theising weiht den neuen Altar in der St.-Willibrord-Kirche in Kellen. FOTO: Gottfried Evers
Kleve-Kellen. Weihbischof Wilfried Theising weihte den neuen Altar der Willibrord- Kirche Kellen. Das Denkmal aus den 1930er Jahren wurde von Susanne Klösges und Prof. Hannes Hermanns neu gestaltet. Von Matthias Grass

Es war ein radikaler Schritt: Nicht mehr die Menschen opferten auf dem Altar ihrem Gott, sondern Gottes Sohn opferte sich selbst für die Menschen. "Nicht wir geben etwas, sondern Christus schenkt sich uns", sagte Weihbischof Wilfried Theising gestern in seiner Predigt zur Altarweihe in der Kellener St. Willibrord-Kirche. Die radikale Hinwendung Gottes zu den Menschen, so Theising, macht jeden Menschen zum Tempel Gottes. Christus und mit ihm Gott waren jetzt mitten unter ihnen und jeder Gläubige trägt Gott in sich. "Er wohnt in uns und lebt mit uns. Wenn mir ein Mensch begegnet, begegnet mir auch Gott", so Theising.

Genauso radikal (um im Bild Theisings zu bleiben) holten auch Susanne Klösges und Prof Hannes Hermanns in der St.-Willibrord-Kirche den Altar in die Gemeinde: Hinunter vom Hochchor, der ihn vor den Menschen mit vielen Stufen erhöhte, mitten zwischen die Bänke der Gläubigen. Monolithisch, wie aus einem Block, steht das weiße Quader mit der grauen Mensa (jener breiten oberen Steinplatte des Altars) auf gleicher Höhe mit der Gemeinde, deren Bänke sich wie ein Kreuz um diesen Mittelpunkt gruppieren.

Eng stützt sich das neue Pfarrheim an die alte Kirche, schafft neue Innenhöfe, Übergänge und schafft einen Platz vor dem Portal der Kirche, die jetzt Innen mit der Fülle ihrer lichten Einfachheit einlädt. FOTO: Evers Gottfried

Die Architekten schufen einen ebenso klaren wie einfachen Kubus. Aus dem Rechteck des alten Altars, so Hermanns, wurde ein Quadrat, das in seiner Einfachheit besticht und aus dem Material heraus wirkt: 2,5 Tonnen Travertin-Blöcke fügen sich zum Tisch des Herrn. Gott ist jetzt auch hier da, wo er tatsächlich ist: Mitten zwischen den Gläubigen. Die Kellener Kirche, schon 1930 als Stahl-Skelettbau mit ihrem lichten großen Kirchenraum als wegweisend neu gebaut, 2015 zum Denkmal erklärt, bleibt damit auf der Höhe der Zeit. Sie ist fit für die Zukunft. Liturgisch - und architektonisch sowieso. "Das sei sehr gut gelungen - auch mit dem nötigen Respekt vor den vorangegangenen Generationen", so der Bischof.

Belebt, zum Ort Gottes, wird diese Kirche aber erst durch die Gemeinde, mahnte Theising. Belebt wird sie auch durch das, was der einzelnen Mensch Gott mitbringe, wenn er komme: seine persönliche Freude, aber auch sein Leid. Jedes Gemeindemitglied sollte jeden einladen, in das schöne Gotteshaus zu kommen und mit Gott diese Dinge teilen.

Schichte Schönheit zeichnet den klaren, sanierten Kirchenraum aus, den die Architekten Susanne Klösgens und Prof. Hannes Hermanns neu gestalteten. FOTO: Evers Gottfried

Theising salbte den Altar mit einer kleinen Verzögerung: Architekt Hermanns musste ihm sein Taschenmesser zum Öffnen des Öl-Gefäßes reichen, da der Korken abbrach. Doch als der Rauch des Weihrauchs aufstieg, war das längst vergessen. Kellen hat seine Kirche wieder.

Eine Kirche, deren Schönheit Pfarrer Stephan Notz noch einmal neu kennenlernte, als er sie mit Hannes Hermanns betrachtete, wie der Pastor zum Abschluss der Feier erzählte. Doch die Pfarre hat nicht nur diesen herrlichen Kirchenraum erneuert, sie bekommt auch ein neues Pfarrheim für die Jugendarbeit. Jene "unverzichtbare" Jugendarbeit, die Kleves Bürgermeisterin Sonja Northing in ihrer Begrüßung - sie war mit Kämmerer Willibrord Haas gekommen - hervorhob. Die Bürgermeisterin dankte für das Engagement der Kirche und lobte den Umbau: "Ich find's wunderschön".

Quelle: RP
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