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Kreis Kleve
Windkraft im Reichswald Thema im Kreisausschuss

Kreis Kleve. Das Gremium für Umwelt und Strukturplanung gab die erforderliche Stellungnahme weiter.

Eigentlich stand die Stellungnahme des Kreises Kleve zum Entwurf des Regionalplans auf der Tagesordnung des Ausschusses für Umwelt und Strukturplanung. Doch da aus Düsseldorf ständig neue Schriftstücke die Klever Kreisverwaltung erreichen und die Mitglieder des Ausschusses kaum damit nachkommen, ihre Unterlagen zu lesen, wurde das Thema "Wind" in den Kreisausschuss verwiesen. So haben die Lokalpolitiker noch einige Tage Zeit, sich mit der Sache zu beschäftigen, und die Kreisverwaltung könne in ihre Stellungnahme noch die Einlassung aus Kranenburg einarbeiten, die für die kommende Woche angekündigt sei.

Wie vielfach berichtet hat das Unternehmen ABO Wind bei der Gemeinde Kranenburg beantragt, zwölf riesige Windkraftanlagen im Reichswald errichten zu dürfen. Ein Gestattungsvertrag zwischen ABO Wind auf der einen und der Gemeinde sowie dem Landesbetrieb Wald und Holz auf der anderen Seite wurde unterzeichnet. Kranenburgs Bürgermeister Günter Steins wirbt, das Projekt bringe Pacht- und andere Einnahmen für den Gemeindehaushalt, viele Bürger in Kranenburg und im ganzen Kreis Kleve sind jedoch der Ansicht, schutzwürdiger Wald - ohnehin rar am unteren Niederrhein - dürfe finanziellen Interessen nicht geopfert werden.

Nicht nur im Reichswald, auch in anderen bewaldeten Gebieten von Goch, Weeze, Kevelaer, Issum, Rheurdt und Wachtendonk könnten nach den Vorstellungen der Bezirksregierung eines Tages Windkraftanlagen entstehen - die Gebiete sind im Entwurf des neuen Regionalplans abzulesen. Doch die genannten Kommunen haben ebenso wie der Kreis erhebliche Bedenken, dieser Planung zuzustimmen. Weil die Vernichtung von Wald einen erheblichen Eingriff in Natur und Landschaft darstellt, das Klima leide, das Brandrisiko steige . . . Die Argumente und bisherigen Einwendungen füllen viele Seiten.

Bis zum 5. Oktober liegt die Planung öffentlich aus, bis zum 7. Oktober muss der Kreis seine Stellungnahme bei der Bezirksregierung abgeben. "Dieser Zeitdruck verhindert quasi eine fachliche Auseinandersetzung mit dem Thema", klagte Landrat Wolfgang Spreen, der sich in diesem Punkt mit (fast) allen Fraktionen einig ist. Grüne und der Fraktionslose Kai Habicht verweigerten dennoch dem Beschluss, das Thema in den Kreisausschuss am 29. September zu schieben, ihre Zustimmung, weil dort einige Fachleute aus dem Sozialausschuss nicht vertreten seien. Zudem sei nun das Dutzend Bürger, das als Zuhörer im Ausschuss saß, vergebens nach Kleve gekommen.

Stellungnahmen können schriftlich per Post bis spätestens 19. Oktober bei der Kreisverwaltung abgegeben werden.

(nik)
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