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Kranenburg
Windpark Kranenburg: Ratssitzung wird verlegt

Kranenburg. Die Gutachten, die für die Genehmigung des Windparks entlang des Kartenspielerwegs im Reichswald erforderlich sind, wurden am vergangenen Donnerstag im Kranenburger Bürgerhaus vorgestellt (die RP berichtete). In dieser Woche werden die Untersuchungen auf der Homepage der Gemeinde Kranenburg (www.kranenburg.de) veröffentlicht.

Kranenburgs Bürgermeister Günter Steins betonte auf der Versammlung, dass man sich in dem Verfahren Zeit lassen wolle. So wurde die Sondersitzung des Rates, die zunächst für den 7. April vorgesehen war, auf Donnerstag, 28. April, um drei Wochen nach hinten verschoben.

Dabei spielt das Zeit bei den Planungen des Projektentwicklers keine unerhebliche Rolle. Denn Zeit ist in dem Fall Geld. Pro Quartal sinkt derzeit die Einspeisevergütung, die für Windenergie gezahlt wird, um 1,2 Prozent. Ende 2016 ändert sich das System komplett. Wenn Abo Wind bis Endes des Jahres eine Genehmigung zum Bau der Anlagen vorliegt, bleibt das Unternehmen mit dem im Reichswald produzierten Strom in der Systematik. Wird die Bewilligung jedoch erst im kommenden Jahr erteilt, gibt es keine feste Vergütung mehr. Dann wird diese über Ausschreibungen festgelegt. Hier kommt dann derjenige zum Zug, der den günstigsten Strom anbietet. Dadurch müsste Abo Wind anders kalkulieren. Bereits in der Vergangenheit kam es vor, dass selbst Projekte in einem fortgeschrittenen Stadium noch eingestampft wurden. So hatten sich in Baden-Württemberg die Bewertungskriterien für Ausgleichsmaßnahmen hinsichtlich des Vogelschutzes geändert. Dadurch rechnete sich der Bau für Abo Wind nicht mehr.

Die Möglichkeit, dass auch im Klever Teil des Reichswalds Windkraftanlagen errichtet werden könnten, wird derzeit nur am Rande diskutiert. Dabei wären Genehmigungen dafür um einiges leichter zu erhalten. Grund ist, dass der Reichswald dann eine Vorschädigung hätte. So müsste man sich auf Klever Seite mit dem Thema Landschaftsbild gar nicht groß beschäftigen, da dies durch die zwölf Anlagen entlang des Kartenspielerwegs ohnehin schon mehr als gestört wäre. Auch die Hürde "Auswirkung auf Tourismus" wäre leicht genommen.

(peja)
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