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Kleve.
"Wir laufen durch die City heut Nacht"

Kleve.: "Wir laufen durch die City heut Nacht"
Marvin Berns, Kester Janhsen und Tim Hüttges, von links: Die junge Band aus Kleve. FOTO: Johannes Raskopp
Kleve. KESTA, Phoenix59 und Marv aus Kleve landeten mit ihrem ersten gemeinsamen Musikvideo einen Riesenerfolg im Internetportal YouTube. Momentan steigt die Anzahl der Klicks um 7000 pro Tag. Streifen läuft auch im Klever Kino. Von Antje Thimm

Es sind nur knapp dreieinhalb Minuten, in denen drei sympathische junge Männer entspannt durch die Straßen von Kleve, Berlin und Nimwegen gehen, aber schon nach 13 Tagen wollten das 13.853 Menschen sehen, am 14. Tag sind es bereits 20.877 Zuschauer. Warum? Die drei haben die perfekte "Line" auf den Lippen und die passenden "Beats" im Hintergrund. Kester Janhsen alias KESTA, Tim Hüttges, auch genannt Phoenix59, und Marvin Berns "Marv" landeten mit ihrem Musikvideo "Durch die City" einen Riesenerfolg im Videoportal YouTube. Die Anzahl der Klicks steigt stetig, der eingängige Refrain "Wir laufen durch die City heut Nacht" hat alle Voraussetzungen, sich in den Köpfen der Hörer und Zuschauer dauerhaft festzusetzen. Und so nennen sie sich nun: "DDC47" - die 47 steht für die Stadt Kleve.

Reinhard Berens, Geschäftsführer der Klever Kinos, entschied spontan, das Video zehn Tage lang im Vorspann der Abend- und Spätvorstellung zu zeigen, bis zum kommenden Sonntag wird es dort noch zu sehen sein. "Wir unterstützen gerne junge Klever Künstler. Durch die City hat einen guten Rhythmus und das Zeug zu einem Ohrwurm. Wir haben es auch auf unserer Facebook-Seite gepostet, die über sechseinhalb Tausend Follower hat", so Berens. "Das war schon toll, unser Video auf der großen Leinwand und vor 400 Zuschauern zu sehen", erzählt Kester Janhsen von der Premiere im Tichelpark. "Alle haben ganz aufmerksam zugeschaut, vereinzelt gab es Applaus", berichtet Tim Hüttges. Worum geht es im Video? Ein Abend in der Stadt, die Sonne geht unter zwischen den Häusern. Zu sehen ist der Campus der Hochschule Rhein Waal, in der nächsten Szene ist es die Skyline von Berlin oder eine Straße in Nimwegen. "Losziehen und gucken wo der Abend endet", sagt Phoenix59.

Es ist Lebensfreude, gute Laune, stressfreie Zone, die sich hier präsentiert und das Lebensgefühl einer jungen, optimistischen Generation anschaulich macht. In der Totale sieht man die Stadt, welche auch immer, die aus den Angeln gehoben werden soll, die Abenteuer verspricht und Geheimnisse nicht verrät. Im diffusen Licht der Clubs wird getanzt, es gibt Annäherungen, Andeutungen. Dann Schnitt und es ist taghell, sie gehen, sie tanzen, sie singen. "Keine Hektik im Kopf, geh entspannt durch den Abend" heißt es im Song, der irgendwo zwischen modernem Rap und Gesang angesiedelt ist. "Wir machen ein Crossover, verarbeiten verschiedene Stile wie Dance Hall und Reggae Tone", erklärt KESTA. Die "Beats" - den Rhythmus und die Hintergrundmusik - suchen sie sich im Internet, kaufen sie beim Produzenten und mischen schließlich im eigenen Studio.

"Die Texte", so betonen die Drei, "sind von uns allen. Wir inspirieren uns gegenseitig, wenn wir uns treffen, erfinden spontane Lines, die der Tag uns gegeben hat." So werden im Rap Emotionen verarbeitet, es wird kommuniziert. "Es ist lyrisch verpackte Wirklichkeit", sagt KESTA. Für ihn sind Rap und Gesang eine Strategie, den Alltag zu verarbeiten. "Andere gehen joggen, wir machen Musik", sagt er. "Rap ist auch eine Art Selbstreflexion", so Phoenix59, manchmal schreibe man auch nur für sich. "Was wir zum Ausdruck bringen wollen, ist einfach eine gute Stimmung. Wir wollen zeigen: Das sind wir", beschreiben sie ihre Intention. Ist die Authentizität das Erfolgsgeheimnis? "Ja, was zählt, ist Realness, Echtheit", bestätigt Kester Janhsen. So sieht man sie im Video, so schauen sie in die Kamera, unverstellt und doch eine künstlerische Performance des Lebens.

Wichtig für die drei jungen Musiker ist auch die Freundschaft, die sie verbindet. Kennengelernt haben sie sich in einem Jugendferienlager in Italien und sofort die gemeinsame Begeisterung für modernen Rap entdeckt. Heute arbeiten sie professionell, manchmal bis fünf Uhr in der Frühe, der Spaß aber ist geblieben.

Quelle: RP
 
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