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Udo Janssen
"Wir müssen die Schulen fertig bauen"

Udo Janssen: "Wir müssen die Schulen fertig bauen"
Bürgermeisterkandidat Udo Janssen im Gespräch mit RP-Redakteur Matthias Grass. FOTO: Gottfried Evers
Kleve. Der langjährige Fraktionschef Udo Janssen möchte für die Christdemokraten Bürgermeister in der Kreisstadt werden. Der Jurist sieht sich künftig als Mann des Ausgleichs und legt seinen Fokus auf anstehende Investitionen in Schule und Feuerwehr

Kleve Udo Janssen geht für die Klever Christdemokraten ins Rennen um das Bürgermeisteramt in der Stadt Kleve. Er ist seit 1994 Ratsmitglied und war von 1999 bis 2014 Fraktionschef der CDU im Klever Rat. Janssen studierte in Würzburg und Münster Jura und führt in Kleve eine eigene Kanzlei.

Herr Janssen, wann stand fest, dass sie gegen Wolfgang Gebing antreten werden?

Udo Janssen Ich habe im November 2014 mit meiner Frau gesprochen, ob sie das mitmacht. Sonst wäre ich nicht angetreten. Wir waren uns schnell einig: Ich trete an.

Warum?

Janssen Wenn man so lange Fraktionschef ist, reizt auch das Amt des Bürgermeisters. Ich bin überzeugt, dass ich das Amt ausfüllen kann, nicht zuletzt aufgrund meiner Ausbildung als Jurist und der langjährigen Ratserfahrung.

Sie haben sich als Fraktionschef nicht viele Freunde gemacht . . .

Janssen Als Fraktionschef muss man anders formulieren, da ist man die Sperspitze der Fraktion. Aber ich habe letztlich immer auch den Ausgleich, den Kompromiss gesucht und gefunden. Sonst hält man eine Fraktion auch nicht zusammen, und sonst wären nicht so viele Beschlüsse im Rat einstimmig durchgegangen. In Zukunft wird die Betonung natürlich auf dem Ausgleich, dem Kompromiss liegen, so wie es das Bürgermeisteramt ja auch verlangt. Andererseits: Dass der Fraktionschef pointiert formuliert, gehört zur parlamentarischen Demokratie. Ich habe aber immer versucht, Rats-Kollegen nur in der Sache und nicht persönlich anzugreifen.

Was stünde für sie nach der Wahl als künftiger Bürgermeister auf der Agenda?

Janssen Ganz wichtig: Die Schulen fertig bauen, beim Konrad-Adenauer-Schulzentrum bis Ende des Jahres eine Lösung finden. Außerdem müssen wir den Feuerwehrbedarfsplan zur Sicherheit der Bevölkerung umsetzen, unser Verkehrsproblem lösen - beispielsweise die B 9 in Richtung Goch dreispurig ausbauen und die B 220neu als Umgehung von Kellen endlich umsetzen. Allein der Bau der Schulen wird rund 30 Millionen Euro kosten, dazu kommt die Sanierung von drei Feuerwehrhäusern im Stadtgebiet. Da bleibt für weitere große Versprechungen nicht allzu viel Spielraum, wenn man ehrlich ist.

Sie haben mit Schwarz-Grün eine Mehrheit. . .

Janssen Die schwarz-grüne Mehrheit steht derzeit. Das wäre für mich auch eine Option für den Bund.

Sie befürworten Schwarz-Grün?

Janssen CDU und Grüne haben zehn Jahre gut zusammengearbeitet. Da war ich Fraktionschef der CDU. Ich sehe da auch für die Zukunft keine Probleme.

Man unterstellt, die CDU stehe nicht geschlossen hinter dem Kandidaten Udo Janssen?

Janssen So, wie ich es jetzt im Wahlkampf erfahre, steht die Partei hinter mir. Die Rückmeldungen von den Veranstaltungen sind positiv - und das nicht nur von Parteimitgliedern.

Wie beurteilen Sie das viel und oft heftig diskutierte Thema Minoritenplatz?

Janssen Der Grünzug von Haus Koekoek bis zum Kanal muss bestehen bleiben. Auf dem Platz selbst sollte es eine behutsame Bebauung geben. Aber man muss auch die alte Scala/Edeka-Markt im Auge haben, nur von dort ist der Minoritenplatz an die City anzubinden, Die Stadt wird beim Minoritenplatz bestimmt eine gute Lösung finden. Wir müssen uns aber nicht nur Gedanken über den Minoritenplatz machen: In der Oberstadt steht mit dem Areal der alten Post eine weitere große Entwicklungsfläche. Dabei sollte die Lutherschule erhalten bleiben. Für sie müsste eine neue Nutzung gefunden werden.

Wie sehen Sie der Wahl in Kleve entgegen?

Janssen: Zunächst hoffe ich auf eine gute Wahlbeteiligung. Ich bin hinsichtlich des Wahlausganges optimistisch.

DIE FRAGEN STELLTE MATTHIAS GRASS.

Quelle: RP
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