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Kalkar
Wirtschaft soll sich in Kalkar wohlfühlen

Kalkar: Wirtschaft soll sich in Kalkar wohlfühlen
Ketteler arbeitet jetzt in Kalkar. FOTO: Evers Gottfried
Kalkar. Bruno Ketteler hat seinen neuen Job als Wirtschaftsförderer von Kalkar angetreten. Der frühere Bürgermeister von Rees will den Standort besonders für Unternehmen noch attraktiver machen. Der Fußballer sieht sich als echten Teamplayer. Von Anja Settnik

Als die Personalie im Februar bekannt wurde, mochten es viele gar nicht glauben: Bruno Ketteler, bis 2009 Bürgermeister von Rees, 2003 gar schon als Landratskandidat gehandelt und in den vergangenen Jahren als Rechtsanwalt aktiv, wird Wirtschaftsförderer in Kalkar. "Unter" Bürgermeisterin Dr. Britta Schulz sozusagen. Aber solche Kategorien wischt der erfahrene Kommunalpolitiker und Verwaltungsfachmann einfach beiseite: "Nach 40 Jahren als Fußballspieler bei Erfgen verstehe ich mich als Teamplayer. Erfolge hat man heutzutage auf Sicht nur, wenn Menschen gemeinsam etwas anpacken." So soll das nun offenbar auch im Kalkarer Rathaus sein.

Formal gehört Ketteler auch nicht zur Stadtverwaltung, sondern ist zunächst Prokurist der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG). Als solcher sitzt er übrigens nicht, wie es andernorts üblich ist, ganz nah beim Bürgermeister-Zimmer, sondern sogar in einem anderen Gebäudetrakt, im Neubau nämlich. Was der Reeser in Kalkar will und soll, kann er sehr genau sagen: "In erster Linie werde ich daran arbeiten, Kalkar zu einem noch wirtschaftsfreundlicheren Standort zu etablieren."

Darüber hinaus sei Wirtschaftsförderung eine echte "Querschnittsaufgabe", die mit vielen Handlungsfeldern zu tun habe und bei der Rat, Verwaltung und Wirtschaft einbezogen werden müssten. Davon, dass die Zusammenarbeit mit den führenden und allen anderen Mitarbeitern im Rathaus gelingen wird, geht Ketteler zuversichtlich aus.

Was der 54-Jährige - sozusagen von der anderen Rheinseite aus - in den vergangenen Wochen gesehen hat, hat ihm gefallen. "Die Aktion ,Sand-Stadt' war ganz wunderbar, hat eine tolle Atmosphäre in die Stadt geholt." Dank für diese und andere gute Ideen gebühre nicht zuletzt dem Vorsitzenden der Händlergemeinschaft "Kalkar aktiv", Han Groot-Obbink. Der Geschäftsführer des "Wunderlandes" sei ein Glücksgriff in dieser Funktion. Klar, dass im kleinen Kalkar der Wirtschaftsförderer, ergänzt durch die Abteilung Kultur und Tourismus, auch fürs Stadtmarketing zuständig ist.

Die Hauptsache sei für ihn, der auch schon in Rees das Dezernat Wirtschaftsförderung mit abdeckte, die Bestandspflege, Entwicklung und Neuansiedlung von Unternehmen. Der Breitbandausbau müsse vorangetrieben werden (bis Ende Oktober will bekanntlich die Deutsche Glasfaser 40 Prozent der Haushalte als Kunden gewonnen haben), sehr wichtig seien Verbesserungen der Infrastruktur - etwa der Ausbau der B 67 n - des Gewerbegebiets Kehrum und neue Ideen für das Gründerzentrum. "Wir müssen auch Grundstücke sichern, um weiterhin sowohl Gewerbe, als auch Wohnbau in Kalkar zu ermöglichen."

Und sonst? Den Wisseler See weiterzuentwickeln sei eine Aufgabe, die auf 20 Jahre angelegt sei. Das Radwegenetz ausbauen, eine Promenade schaffen, die Wisseler Bürger dabei nicht vergessen - auch dies ist eine große und lohnende Herausforderung für den Wirtschaftsförderer. Der Ort müsse zum See hin geöffnet werden zum Nutzen der Wisseler wie der Gäste. Auch mehr Gastronomie in diesem schönen Außenbereich fände Ketteler wichtig.

Erste Antrittsbesuche hat der Reeser, der in Till-Moyland aufwuchs, das Gymnasium in Kalkar besuchte und die Stadt schon deshalb sehr gut kennt, bereits hinter sich. Dabei sei ihm aufgefallen, dass viele Unternehmer sich untereinander kaum kennen. Was schade sei, denn durch guten Kontakt ließen sich Synergien nutzen. Auch, was die berufliche Nachwuchsgewinnung angehe, wäre es sinnvoll, wenn die zum großen Teil sehr interessanten Firmen sich nach außen besser darstellen würden. Ketteler will ihnen dabei helfen.

Quelle: RP
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