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Kalkar-Wissel
Wisseler Karneval für 2017 gerettet

Kalkar-Wissel: Wisseler Karneval für 2017 gerettet
Karneval in Wissel 2015: Prinz Helmut der Sportliche aus Kleve besuchte die Traditionsveranstaltung im Dünendorf. FOTO: Charly Stoffels
Kalkar-Wissel. Klaus Schoonhoven und Kai-Uwe Erkers haben mit der Organisation des Büttenabends im Dünendorf schon begonnen. Die Aktiven der Veranstaltung in der Turnhalle gehören den Schützen, dem Sportverein oder der Feuerwehr an. Von Anja Settnik

Die Handzettel mit dem Bild des traurigen Clowns sollten aufrütteln - und genau das ist ihnen offenbar auch gelungen. Viele Wisseler mochten sich nicht vorstellen, dass die lange Tradition des Karnevalfeierns in ihrer Ortschaft plötzlich ein Ende haben sollte. Aber genau das stand zu befürchten, hätten sich nicht einige Bürger im letzten Moment besonnen und beschlossen, die gefährdete Sache selbst in die Hand zu nehmen. Klaus Schoonhoven und Kai-Uwe Erkers garantieren nun dafür, dass auch die kommende närrische Session nicht am Dünendorf vorüber ziehen wird. Sie haben mit der Organisation des Büttenabends schon begonnen. Und weitere Helfer gefunden, die sie dabei unterstützen.

Einen eigenen Karnevalsverein haben die Wisseler nicht, ihre Aktiven gehören den Schützen, dem Sportverein oder der Feuerwehr an. 20 Jahre lang hatten Rainer Klever und Christian Kusenberg die Planung und Durchführung des Wisseler Karnevals in die Hand genommen, doch nun wollten sie diese Arbeit in andere Hände weitergeben. "Das konnte man ihnen nicht übel nehmen - irgendwann sind eben mal Neue an der Reihe", findet Erkers. Doch diese Freiwilligen waren zunächst nicht zu finden. Ein Handzettel wurde gedruckt und an alle Haushalte verteilt, auf dem klipp und klar stand: 2017 wird es in Wissel keinen Karneval geben. Es sei denn, es finden sich Leute, die sich engagieren möchten. Anfang Oktober gab es ein Treffen auf dem Sportplatz, und siehe da, gut 20 Wisseler kamen, um das Schlimmste zu verhindern. Immerhin steht in Wissel - fehlende Räumlichkeiten sind in anderen Dörfern oft das größte Problem - mit der Turnhalle ein geeigneter "Saal" zur Verfügung. Und Büttenredner, Tänzer und andere fröhliche Menschen gibt es auch. "Ich wohne ja eigentlich in Winnekendonk, aber ich wollte den Wisselern, zu denen ich ja genauso gehöre, einfach helfen", berichtet Klaus Schoonhoven, Schwiegersohn des Wirts von "Haus Jägersruh". Der begeisterte Karnevalist (39), der selbst schon oft in der Bütt stand, ist nun also gemeinsam mit dem 22-jährigen Kai-Uwe Erkes der Organisator der Kappensitzung, die wie bisher immer am Karnevalssamstag stattfinden soll und einmal am Freitag vorher als bunter Nachmittag. Erkes: "Wir sind hier eine so gute Dorfgemeinschaft. Es wäre einfach schrecklich traurig, wenn wir keinen eigenen Karneval mehr hinbekommen würden."

Ganz Wichtiges fehlt den Männern allerdings noch: ein paar Leute für den Elferrat und ein Sitzungspräsident. "Wir fänden toll, wenn sich auch Frauen melden würden, denn ein gemischter Elferrat wäre bestimmt witziger als immer nur die Männer unter sich", meint Schoonhoven. Als Präsident wünschen sie sich einen spontanen, redegewandten Typen, der sich frei und offen in Szene setzen kann. "Einen aufgeschlossenen Menschen eben", sagt der 39-Jährige. Kollege Erkes bietet für die Kontaktaufnahme seine Handynummer an (0173 7211 537), E-Mail an "mailto:karnevalwissel2017@g-mail.com" wäre auch recht.

Der Ablauf der Veranstaltung soll ein wenig anders sein als bisher, zum Beispiel wird eine Cocktailbar eingerichtet, außerdem wird erstmals in der Geschichte des Wisseler Karnevals eine Live-Band spielen. Die Karten gibt's im Vorverkauf, was durchaus eine Anregung sein soll, sich den Termin frei zu halten. Die Altkalkarer Garde und die Showtanzgruppe aus Grieth haben ihr Mitwirken schon zugesagt, auch einige Büttenredner stehen schon fest. "Die Stimmung in der Turnhalle war immer gut, ich in sicher, das wird auch in Zukunft so sen", freut sich Erkes.

Quelle: RP
 
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