| 12.08 Uhr

Kleve
Wo die Königspferde wohnen

Kleve. Farbenfroh ging es zu bei dem Workshop "Komm' mit, wir malen" im Museum Kurhaus. Unter Anleitung von Margret Kohtes setzten sich die Teilnehmer kreativ mit Skulpturen von Ewald Mataré auseinander. Von Charlotte Stausberg

Es ist keine Frage, sondern eine Feststellung, die Julian äußert, und vielleicht hat er damit den Kern der Skulptur von Ewald Mataré in ihrem Wesen mehr erfasst, als es manchem Erwachsen gelingen würde: "Das ist ein Königspferd", sagt er bestimmt. In dem Workshop "Komm mit, wir malen!" erkundeten nämlich sechs Kinder zusammen mit den Großeltern oder Eltern unter Anleitung von Margret Kohtes das Museum Kurhaus.

Ehrlichkeit und Phantasie

Es ist ihre kindliche Ehrlichkeit und Phantasie, die die Kunstwerke und Skulpturen von Ewald Mataré in einem anderen Licht erscheinen lassen. "Ziel des Workshops ist es, dass Großeltern und Kinder sich gegenseitig befruchten!", erklärt Margret Kohtes, selbst Künstlerin. Das Konzept scheint zu funktionieren. Angeregt überlegen Kinder und Erwachsene, welche Skulptur, sich am besten eignet zum Skizzieren. "Komm', in dem anderen Raum suchen wir uns dann ein Tier aus, welches uns besonders gut gefällt!"

Jakob nickt eifrig und zieht Hand in Hand mit seiner Mama los. Derweil haben sich andere schon für eine Figur entschieden und arbeiten konzentriert auf ihren Skizzenbrettern. Schweigen, kurzer Austausch zwischen Enkelin und Opa, dann wieder einträchtiges Zeichnen. Neben den Beinen des Opas sitzend, umgeben von Skulpturen des deutschen Künstlers, scheint die junge Teilnehmerin die Welt um sich herum zu vergessen.

"Ich finde es ganz wichtig Kunst nicht nur kognitiv zu erfassen, sondern sie auch zu erfahren", sagt Kohtes. "Die Kinder erleichtern es den Erwachsenen, sich auch wieder zu trauen". Nach dem Zeichnen der Skizzen geht es in die "Wunderkammer" des Museums, wo die Skizzen auf große Leinwände übertragen und ausgemalt werden sollen.

Unterschiedliche Farben

"Ihr könnt zaubern und eurem Tier ganz unterschiedliche Farben geben. Welche Farben könntet ihr euch denn vorstellen?" Und tatsächlich scheint die "Wunderkammer" ihren Zauber zu entfalten, denn es sind nicht nur die Kinder, die ihrer Phantasie freien Lauf lassen und Rosa für die Kuh und Rot für die Weide vorschlagen. "Darf ich den Hintergrund auch anmalen?", erkundigt sich Julian. "Orange?" Alles ist möglich, und dementsprechend geht der Trubel los. In bunten Kitteln machen sich die großen und kleinen Künstler ans Werk. Manche haben sich für eine gemeinsame Leinwand entschieden, andere malen einträchtig nebeneinander, teilen aber die gleiche Farbe. Von allen Überlegungen unbeeindruckt geht auch Jakob ans Werk. Die lilafarbenen Züge einer Kuh entstehen auf seiner Leinwand. Konzentriert zieht er einen weiteren Pinselstrich und rote Ohren werden deutlich. Das kann nur toll werden.

Quelle: RP
 
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