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Kleve
Wohnen unterm Bensdorp-Turm

Kleve. Die Planung für den Umbau des Bensdorp-Geländes geht auf die Zielgerade: Udo Tjaden, Inhaber der Flächen und Gebäude, und sein Projektentwickler Jan Holtfester hoffen auf die Ratssitzung im Juni. Von Matthias Grass

Der kleine Klinkerbau vom Beginn des vorigen Jahrhunderts mit der aufwendig ins Mauerwerk gesetzten "Bensdorp"-Schrift steckt zwischen der Discothek und dem alten Bau mit dem Glockenturm der Bensdorp. Bald soll man gleich nebenan wohnen können - geschützt zwischen Uhrentürmchen und Schwanenturm: Die Planung für den Nettomarkt, der eine Industrie-Halle mit Disco ersetzen wird und an den kleinen Klinkerbau anschließt, geht in die Endphase.

"Wir hoffen jetzt auf einen Ratsbeschluss vor der Sommerpause, damit wir die weiteren Schritte vorbereiten können", sagt Udo Tjaden, Investor und Besitzer der Bensdorp-Flächen zwischen Wiesen- und van-den-Bergh-Straße. "Von den meisten politischen Parteien im Rat und auch von der Verwaltung haben wir positive Signale bekommen, dass wir mit einem Beschluss rechnen können", erklärt Jan Holtfester, der Projektentwickler. Den Beschluss brauchen die Investoren, damit sie die Sommerpause für die Vorbereitung nutzen können und die neue Gestaltung des alten Industriegeländes Formen annehmen kann.

Die Pläne, für die der Ratsbeschluss den Weg ebnen würde, hat Tjaden überarbeiten lassen. Das Klever Architekturbüro Hülsmann/ Thieme/Minor hat neu geplant: "Wir haben die vor Monaten vorgestellte Planung überdacht. Hülsmann, Thieme und Minor haben sie in kürzester Zeit neu gezeichnet", sagt Tjaden. Hülsmanns Pläne halten daran fest, dass im Erdgeschoss 1500 Quadratmeter für den Discounter liegen. Auf dem Dach der Halle für den Discounter entstehen 15 Wohnungen mit bis zu 50 Quadratmetern Wohnfläche.

"Wir wollen Singles, junge Paare oder Senioren ansprechen", sagt Tjaden. Die Wohnungen sollen Reihenhaus-Charakter haben, die Hausteile springen vor- und zurück, so dass kein durchgehender Riegel auf dem Dach liegt. Es gibt ein- und zweigeschossige Gebäudeteile. "Damit erreichen wir, dass alle Wohnungen von drei Seiten Tageslicht haben", erklärt Tjaden. Es entstehen drei Gebäudeteile auf dem Dach, die einen Platz umschließen. "Diese Begegnungsstätte für die Bewohner haben wir vom Architekten so gewollt", sagt Holtfester. Er betont, dass das Dach auch großzügig begrünt werden soll. Erschlossen wird das Ganze von einem Aufzug- und Treppenturm neben dem Netto-Markt. Von filigranen Wegebrücken, die als Stege die fünf Wohnungen im zweiten Geschoss über dem Dach miteinander verbinden, geht es in die einzelnen Wohnungen. Man lebt erhaben über Kleve und schaut über den Parkplatz hinweg auf die Stadt. Man hofft, Ende des Jahres beginnen zu können.

Die Bauten auf dem Dach sind als Holzkonstruktionen gedacht, die Konstruktion der Halle soll in Beton ausgeführt werden. Nur so könne man den Brandschutz für den Wohnungsbau auf dem Dach erreichen, so Tjaden. Die Wohnungen sind frei finanziert, sollen bezahlbare Mieten haben. Zur Optik versprechen Holtfester und Tjaden: "Wir wollen auf gute Bauqualität achten - das wird kein 08/15-Discounter-Bau."

Quelle: RP
 
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