| 11.22 Uhr

Kein Flatrate-Saufen mit hartem Alkohol mehr
Das "Wunderland Kalkar" arbeitet am Image-Wandel

Wunderland Kalkar: Auf dem Weg zum neuen Image
Das Kettenkarussell "Vertical Swing" befindet sich im ehemaligen Kühlturm des Kraftwerks. FOTO: Wunderland Kalkar
Kalkar. Mit einer großen Feier hat das Wunderland am Sonntag den 15. Geburtstag von Kernie's Familienpark gefeiert. Seit einer Woche ist außerdem ein renoviertes Buffet-Restaurant geöffnet. Gemütlicher soll es sein, mit Live-Cooking-Bereich. Es ist ein weiterer Schritt weg vom Party-Image.  Von Tanja Karrasch

Als "außergewöhnlichster Hotel-, Business-, und Freizeitkomplex Deutschlands" wird  das "Wunderland Kalkar" auf seiner Internetseite beschrieben. Die Anlage in Kalkar im Kreis Kleve besteht aus dem Freizeitpark "Kernie's Familienpark", Hotels, Tagungsräumen und einer Eventhalle, in der regelmäßig große Veranstaltungen stattfinden.  Und all das dort, wo eigentlich das Kernkraftwerk Kalkar in Betrieb genommen werden sollte. Dazu kam es aber nie. Stattdessen fährt heute ein Kettenkarussell im Kühlturm. 

Das Wunderland ist aber vor allem dafür bekannt, dass dort viele Jahre lang Kegelvereine und Fußballmannschaften feuchtfröhliche Tage verbrachten. Tagsüber Freizeitpark, abends Party und nebenbei Flatrate-Saufen. Doch gerade letzteres soll nun nicht mehr im Vordergrund stehen.  

Seit Anfang 2016 hat sich im Wunderland einiges verändert: Ein Restaurant wurde renoviert, das Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit überarbeitet und das Konzept "All Inclusive light" ins Leben gerufen. Man wolle zeigen, dass auch der Hotelbereich familienfreundlich ist, sagt Marketing-Managerin Stefanie Fischer im Interview mit unserer Redaktion. Das alte All-Inclusive-Angebot, dessen Flatrate auch harte Spirituosen und Cocktails umfasste, gibt es daher nicht mehr. 

Nur noch Bier und Wein

Die Veränderungen zahlen sich aus: Die Atmosphäre im Wunderland beschreibt Fischer in diesem Jahr als "angenehmer und friedlicher". Partys solle es weiterhin geben, auch Gruppen seien nach wie vor willkommen. Seit die Getränkeflatrate nur noch Bier und Wein beinhaltet, seien die Menschen tagsüber jedoch nicht mehr so betrunken. Vorher konnten Gäste in Kernie's Kneipenmeile, die zum Hotelbereich gehört, Vodka-Lemon oder Bacardi-Cola ohne Limit konsumieren. Besonders sehr junge Menschen hätten mit dem harten Alkohol oftmals nicht umgehen können, so Fischer. Die Änderungen hatte Geschäftsführer Han Groot-Obink bereits vor dem Start in die neue Saison angekündigt. 

"Wir haben uns umgestellt und wollen wieder mehr in den Fokus rücken, was bei uns einzigartig ist", sagt Fischer und meint damit die Historie der Kernkraftanlage Kalkar. "Das ist wohl weltweit einmalig." In einem Museum wird die Geschichte der Atomkraft kindgerecht erklärt.

All-Inclusive-Angebot weiterhin wichtig

Das All-Inclusive-Angebot soll aber auch für Familien erhalten bleiben. Pommes, Eis, Kaffee und Softdrinks sind im Parkeintritt enthalten. 27,50 Euro für Erwachsene und 23,50 Euro für Kinder kostet der Tageseintritt. 260.000 bis 300.000 Besucher kommen jedes Jahr in den Freizeitpark. 

"Seltsames Image"

"Der Ansturm von Kegelclubs, Jungesellen-Abschieden und Fußballmannschaften beschränkt sich nur noch auf wenige Wochenenden im Jahr. Das ist über die Jahre weniger geworden", sagt Fischer. Aufgrund der Größe des Wunderlands könne man aber auch an diesen Tagen Familien, Klubs oder auch Businessausflüge gut voneinander separieren.

Jahrelang seien viele Gäste nur zum Feiern ins Wunderland gekommen. "Es war schon eine Party-Destination durch Kernie's Kneipenstraße und das All-Inclusive-Angebot", sagt die Marketing-Managerin. Man habe vielleicht in den letzten Jahren ein "seltsames Image" kreiert, was gar nicht so geplant war. Dieses Image will der Park nun wieder ins rechte Licht rücken.

Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Wunderland Kalkar: Auf dem Weg zum neuen Image


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.