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Kleve
Zauberhafter Gesang im Kerzenschein des Xantener Doms

Kleve. "O magnum mysterium". Der Chor der Heinrich-Heine-Universität bot ein faszinierendes Benefizkonzert für den Erhalt des Doms. Von Ulrike Keusen

Bereits zum vierten Mal kamen Besucher des Doms in den Genuss eines besonderen musikalischen Ereignisses. Der Chor der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf gestaltete ein Benefizkonzert zugunsten der Erhaltung des Kirchenbauwerks.

Der Xantener Dom. Seit über 450 Jahren prägt seine wuchtige Silhouette das Bild der Stadt. Auch seine göttliche Bestimmung bewahrt ihn nicht vor Witterungsprozessen. Die Xantener Dombauhütte, eine von elf Dom- und Münsterbauhütten hierzulande und ein eher kleinerer Betrieb, geht mit viel Herzblut an die Aufgabe der Instandhaltung. Neben der Steinkonservierung sind Steinmetz- und Steinbildhauerarbeiten, Rekonstruktionen und Glasrestaurierung notwendig.

Das bedeutet auch einen enormen finanziellen Aufwand, der allein durch die zur Verfügung stehenden Mittel nicht völlig gedeckt werden kann. Da hilft (auch) das Benefizkonzert. Der Uni-Chor trat ohne Honorar an, wie Probst Klaus Wittke auch im Namen des Vereins zur Erhaltung des Xantener Doms dankbar erwähnte.

Schon das Betreten des Gotteshauses ließ etwas Besonderes erwarten. Der voll besetzte Innenraum war nur in zartes Kerzenlicht gehüllt. Und selbst in den kurzen Pausen herrschte absolute Stille unter den Besuchern.

Der knapp 100 Mitglieder umfassende Chor unter der Leitung von Silke Löhr, der kurze Zeit nach Entstehung eines Symphonieorchesters begeisterter Studenten im Jahr 1987 gegründet worden war, hatte einen faszinierenden Auftritt. Die Studenten aller Fachrichtungen sowie Angehörige und Mitarbeiter der Universität begannen den Reigen ihrer Darbietungen mit einem Kreis, den sie um die Gemeinde schlossen. Fortan wurde mehrfach der Standort gewechselt. Immer wieder ergab sich damit eine andere Art der akustischen Wahrnehmung der glasklaren und dennoch weichen, warmen Stimmen. Besondere Wirkung erhielten die doppelchörigen Werke, bei denen sich Gruppen wie zu einem Dialog gegenüberstanden. Gesangsdarbietungen mithin wie die sanften Wellen des Wassers und dem Titel des Konzerts gerecht werdend: O magnum mysterium. Die Texte des Geheimnisses stammen aus der katholischen Liturgie und sind teils über 1000 Jahre alt.

Die A-cappella-Darbietung wurde bei zwei Texten von einem Streichinstrument begleitet. Solist war Till Mengler, ein international bekannter und herausragender Musiker. Er begleitete den Chor, der bewusst Werke in verschiedenen Sprachen vortrug, bei den Worten von Kenneth Jennings Noel und Ola Gjeilos. Er fügte sich leise in die eher moderne Vertonung des Werkes ein. Die weiteren Werke stammten von Scarlatti, Britten, de Victoria, Lauridsen, La Rocca. Gesungen eben in englischer, französischer, deutscher und lateinischer Sprache. Wie stark der Zauber der Musik das Auditorium ergriffen hatte, belegten die Sekunden nach dem Konzertende. Tiefe Stille, die in einen nicht enden wollenden Beifall mündeten.

Quelle: RP
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