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Kreis Kleve
Zehn Jahre Campus Cleve

Kreis Kleve: Zehn Jahre Campus Cleve
Die Präsidentin und der Campus Cleve: Heide Naderer (4.v.l.) umgeben von den Vorstandsmitgliedern - Vorsitzender Heinz Wack, Kleves Bürgermeister Theo Brauer, Heinz Sack, Campus-Geschäftsführer Hans-Josef Kupyers, Monika Geenen, Dr. Kurt Kreiten und Landrat Wolfgang Spreen (von links). FOTO: Gottfried Evers
Kreis Kleve. Schon Jahre bevor der Kreis Kleve den Zuschlag für eine neue Hochschule bekam, wurde in Kleve der Verein Campus Cleve gegründet, um studentisches Leben in die Kreisstadt zu holen. Jetzt feierte der Förderverein das Jubiläum. Von Matthias Grass

6000 Studierende schrieben sich fürs Semester 2015/2016 ein, 19 neue Professoren wurden jetzt berufen und mit 574 Mitarbeitern zählt sie zu den großen Arbeitgeber in der Region - die Hochschule Rhein-Waal (HSRW) präsentierte sich stolz und selbstbewusst auf der Jubiläumsfeier ihres Fördervereins Campus Cleve. Nicht zuletzt wegen der internationalen Ausrichtung der Hochschule, die in NRW ihres Gleichen sucht, sagte Hochschul-Präsidentin Heide Naderer. Trotz der Lage, mit der man zwar am Rande der Republik aber in der Mitte Europas liege.

Aber die Hochschule würde es wohl nicht so geben, wenn sich nicht ein kleiner Verein der Unentwegten aufgemacht hätte, trotz widersprüchlicher Signale aus Düsseldorf einen Campus in Kleve gründen zu wollen. Rückendeckung gab's vom Klever Rat nach schwarz-grünem Antrag am 22. April 2005. Und vor genau zehn Jahren im September traf sich die Gruppe, diesen Campus aus der Taufe zu heben. Es wurde auf der Wasserburg in Rindern der Verein gegründet, der heute der Förderverein für die Hochschule Rhein-Waal in Kleve ist: der Campus Cleve. Deshalb ging der traditionelle Semesterauftakt des Campus in der Wasserburg Rindern über die Bühne. Heute ist Peter Wack Vorsitzender des Fördervereins, Hans-Joseph Kuypers ist der Geschäftsführer. Beide begrüßten auf der Wasserburg die Gäste, die zum Jubiläum gekommen waren.

2005 dachte man an eine internationale, europaweit vorbildliche Stätte für eine akademische und trotzdem praxisnahe Weiterbildung von jungen Wissenschaftlern in Zusammenarbeit mit den Fachhochschulen Bochum und HAN (Hogeschool Arnhem Nijmegen), wo jeweils drei Semester des Studiums stattfinden sollten. Prof. Jürgen Bock, künftiger Präsident der Hochschule Bochum und damals als Vertreter der FH bei allen Verhandlungen in Kleve dabei, erinnerte in der Jubiläumsfeier an die Campus-Anfänge, erzählte, dass neben MINT-Fächern auch Kunst angedacht war.

Kurz nach der Gründung des Vereins starteten die ersten Business-Masterkurse, bis man 2007 um Mittel einzuwerben, beim Land vorsprach. Doch der damalige NRW-Staatssekretär Manfred Palmen bremste den Campus derbe ein: Er habe keine Mittel, habe Palmen die Antragsteller abgewimmelt, erzählte Bock. Aber dann kam die Initiative vom damaligen Ministerpräsidenten Rüttgers, neue Hochschulen zu installieren. Der Zuschlag ging in den Kreis nach Kleve: Ein Jahrhundert-Traum ging in Erfüllung, so Bock.

"Ohne diesen Verein, ohne diese Vorgeschichte hätte es die Hochschule Rhein-Waal wohl nicht gegeben", lobte Heide Naderer die Campus-Gründung, die zur Kuriosität führte, dass Kleve zuerst einen Förderverein und erst vier Jahre später die Hochschule dazu bekam. "Vieles wäre heute auch ohne den Förderverein gar nicht machbar", dankte Naderer für die Unterstützung des Vereins, der nicht nur Vertreter aus der Wirtschaft und Studenten zusammenbringt, Schüler an die Hochschule heranführt oder studentische Aktivitäten unterstützt.

War es Bocks Aufgabe, zurück auf die Geschichte des Vereins zu schauen, so wagte Naderer den Blick nach vorne: Wie geht es weiter mit der so rasant wachsenden Hochschule, mit dem neuen Präsidium. "Wir müssen hier mit einer großen Dynamik umgehen", sagt Naderer. Es gelte, Quantität und Qualität unter ein Dach zu bekommen, die Forschung weiter zu intensivieren und die hoch angesetzten Erwartungen an die Hochschule zu erfüllen.

Man schreibe momentan den Hochschulentwicklungsplan für die nächsten fünf Jahre fort. Es geh darin vor allem um die Qualität der Lehre, um die Forschung und um die die weitere Qualifizierung der Mitarbeiter. Hier will Naderer die Mitarbeiter einbinden. Alle 574 sind eingeladen zu einem Treffen auf der Wasserburg. Dort, wo alles begann, soll auch die Zukunft diskutiert werden. Eines gab Naderer aber als gesetzt vor: "Wir werden weiter wachsen!"

Quelle: RP
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