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Kleve
Zentrum soll transparenter werden

Kleve: Zentrum soll transparenter werden
So sehen die Pläne des Architektenbüros "Lepel und Lepel" aus Köln aus. Der Kirchenraum, die Gemeindehalle und das Jugendzentrum sollen deutlicher miteinander verbunden werden. Dafür soll das Foyer offener werden. FOTO: van offern
Kleve. Ein Architektenbüro aus Köln hat den Wettbewerb zur Umgestaltung des evangelischen Gemeindezentrums gewonnen. Wir stellen die Pläne vor. Von Maarten Oversteegen

Zum 50-jährigen Bestehen der Versöhnungskirche sind die Entwürfe den Gemeindemitgliedern präsentiert worden. Fünf Architektenbüros haben ihren Entwurf für den Umbau des Gemeindezentrums im Zuge eines Architektenwettbewerbs abgegeben. Der Wettbewerb war begrenzt; die Büros sind von der Gemeinde ausgewählt worden. "Wir haben jahrelang darüber gesprochen. Nun sind wir unserem Vorhaben einen ganzen Schritt nähergekommen. Ein Umbau des bestehenden Gemeindezentrums wäre nicht wirtschaftlich gewesen. Daher werden wir neu bauen müssen", sagt Pfarrer Georg Freuling.

Das Presbyterium kürte den Entwurf zur Umgestaltung des Gemeindezentrums und zum Neubau des Jugendhauses "effa" einstimmig. Ohne die Namen der Architekten der Entwürfe zu kennen, tagte die Jury im November, um den passendsten Vorschlag zu ermitteln.

Christof Nellehsen, Architekt aus Duisburg und Mitglied des Auswahlkomitees, hob die besondere Architektur des Gemeindezentrums hervor: "Die Architektur ist sehr speziell. In den 60-er Jahren war diese stark skulpturale Bauweise weit verbreitet. Wir nennen dies Mutualismus. Nun stehen wir in Fachkreisen aktuell vor einem Problem. Die Architektur ist alt, aber nicht historisch und steht damit vielerorts vor dem Abriss." Das war in Kleve zwar undenkbar, doch es stellt nun eine Herausforderung dar, an diesen Baustil anzuknüpfen. "Alle Entwürfe hatten ihre Vor- und Nachteile und sehr spannende Elemente", sagt Freuling. So wollten andere Architektenbüros eine Dachterrasse oder einen zentralen Innenhof schaffen; auch eine Freistellung des Turms wurde diskutiert. Das Büro "Lepel und Lepel" aber setze einen anderen Fokus: Die drei Funktionen des Gemeindezentrums, der Kirchenraum, die Gemeindehalle und das Jugendzentrum, sollen deutlicher miteinander verbunden werden.

Dafür soll insbesondere das Foyer offener werden. "Die Gemeindeaktivitäten sollen transparenter werden. Es gibt hier nun eine sehr massive Tür, die sehr verschlossen wirkt. Von außen muss stärker erkennbar sein, was drinnen passiert. Durch das Foyer sollen die drei wichtigen Orte der Gemeinde hervorgehoben und verbunden werden", sagt Reinhard Lepel. Auch für das evangelische Jugendzentrum "effa" hat er umfangreich geplant: "Es soll vielfältig nutzbar sein. Wir wollen zwei Geschosse, die auch transparent wirken. Es muss vor allem festgehalten werden, dass wir die Kirche und das Gemeindezentrum weiterbauen wollen, denn es ist auch jetzt schon gut hier." Auch hinsichtlich der Materialien will sich Lepel am Bestand orientieren: Ziegel und große Glasflächen sollen die neuen Gebäude ausmachen. "Wir finden den Entwurf modern und mutig. Wir sehen klare Linien, und die funktionale Dreiteilung mit engerer Verbindung gefällt uns gut", sagt Freuling. Doch die Kür des Entwurfs ist erst der erste Schritt: "Jetzt beginnt erst die Arbeit. Wir freuen uns, nun mit dem Bauherrn zusammenarbeiten zu können", sagt Lepel.

Quelle: RP
 
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