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Kleve
Zerstörte Geschichte wird wieder aufgebaut

Kleve: Zerstörte Geschichte wird wieder aufgebaut
Die Balkenlage als "Grundstein" wird gelegt. Darauf erfolgt der Bau der neuen Thornschen Mühle. FOTO: privat
Kleve. Das Fundament für die Errichtung der Thornschen Mühle ist gelegt. Die Provinz Gelderland unterstützt das Projekt mit 600.000 Euro. Von Werner Stalder

Es war ein historischer Moment, als an einem großen Kran die etwa eineinhalb Tonnen schwere Balkenlage als "Eerste Steen" auf den Betonunterbau als Fundament der "Thornsche Molen" gelegt wurde. Der Wiederaufbau der Mühle, direkt an der Grenze zwischen dem niederländischen Örtchen Leuth und Zyfflich gelegen, ist für diese Region ein Jahrhundertereignis. Deshalb waren aus der Umgebung zahlreiche Gäste und Schaulustige an den Standort des Bauwerks auf dem Deich in der Ortschaft Persingen gekommen. Von Zyfflich aus ist die zukünftige Mühle in nur zweieinhalb Kilometern über einen Rad- und Wanderweg zu erreichen.

Bevor der "erste Stein" in die Höhe gehoben wurde, schlugen einige Persönlichkeiten im Takt Holzdübel in die schweren Balken. Es waren Joop Heijdra, Abgeordneter der Provinz Gelderland, Ria Barber, Abgeordnete der Gemeinde Groesbeek, Tatjaana Kemper, Vizebürgermeisterin von Kranenburg, Gerrit Pol, Vorsitzender der Vereinigung "Gelderse Molen", Mühlenarchitekt Jan Heijdra, Mitarbeiter des Mühlenbauers Coppes aus Bergharen, und Henny Driessen, Vorsitzender der Stiftung "Thornsche Molen".

Zeremonienmeister Loet van Sluis eröffnete den Reigen der Ansprachen, die durch musikalische Darbietungen des Männerchores "Vox Virorum" aus Leuth unterbrochen wurden. Vorsitzender Henny Driessen erinnerte an die Kriegsgeschehnisse 1944: "Von der Nachbarschaft blieb nichts als ein Berg Schutt und der Name Thornsche Molen, der damit auf einen Platz wies, wo durch eine einzigartige Mühle die herrliche Landschaft jahrhundertelang geziert wurde", sagte er. Beinahe zehn Jahre nach der ersten Planung zur Wiederherstellung der Mühle sei eine große Anzahl glücklicher Menschen anwesend, die auf das bisherige Resultat stolz sein könnten, ein Vorhaben, das im Anfang unmöglich erschien. Die Stiftung "Thornsche Molen" habe die Überzeugung, dass zukünftig viele Besucher dieses Schmuckstück in der Landschaft genießen würden. "Erwartungsvoll sehen wir dem Moment entgegen, dass sich die Mühle wieder dreht", sagte er. Noch stets suche man die letzten finanziellen Mittel, um das Werk zu vollenden. Die Provinz Gelderland habe mit 600 000 Euro das Projekt möglich gemacht, erklärte der Abgeordnete Joop Heijdra. "Was für eine prächtige Kombination", sagte er, "herrlich Fahrradfahren oder Spazierengehen durch die Ooijpolder und dabei einer besonders seltenen Mühle vom Typ "Kokermühle" zu begegnen."

Der Sekretär der Stiftung "Thornsche Molen, der Historiker Jan van Eck, berichtete über das bewegte Leben der Mühle, die schon 1459 in einem Protokoll genannt wurde. "Mit dem Bau der Mühle, 70 Jahre nach Kriegsende, wird auch die Geschichte darüber wieder zum Leben erweckt", sagte er. Und weiter: "Ein Traum wird Wirklichkeit".

Kranenburgs stellvertretende Bürgermeisterin Tatjaana Kemper gratulierte zu dem "monumentalen Bau mit einem großen historischen und touristischen Wert für die ganze Umgebung." Ihr Dank galt allen, die dieses bedeutende Projekt möglich gemacht und daran mitgearbeitet hätten.

Quelle: RP
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