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Kleve
Zerstörungsspuren nach "Angrillen"

Kleve: Zerstörungsspuren nach "Angrillen"
Bagger haben beim Aufbau des Zeltes für das "Angrillen" tiefe Spurrillen im Rasen hinterlassen. Unter den Holzdielen des Zeltes ist Schlamm, wo vorher Rasen war. FOTO: Klaus-Dieter Stade
Kleve. Herausgerissene Bänke, eine in in weiten Teilen zerstörte Grasnarbe - auch das gehört zur Bilanz des "Angrillens". Bürger beschweren sich über den Zustand des Platzes am Alten Schützenhaus. Künftige Veranstaltungen in Gefahr. Von Marc Cattelaens

Viele Spaziergänger, die in den vergangenen drei Tagen im Klever Forstgarten unterwegs waren, hielten plötzlich inne. Der Anblick, der sich ihnen rund um die Wiese am Alten Schützenhaus bot, jagte ihnen einen Schrecken ein. In den Wassergräben, die das Areal umgeben, liegen drei der weißen Bänke, auf denen sie sonst gerne Rast machen. An den Sitzgelegenheiten haften Betonreste. Offenbar wurden sie mit roher Gewalt aus dem Untergrund herausgerissen. Auf der Wiese selbst gibt es tiefe Fahrspuren, an vielen Stellen ist nur noch Schlamm, wo vorher Rasen war.

Am Freitag und Samstag fand auf der Wiese am Alten Schützenhaus das "Angrillen" des Klever Metzgers und Caterers Lothar Quartier statt. Rund 2500 Zuschauer ließen sich dort unter anderem Speckläppchen, Steaks und Salate schmecken. Zwei große Zelte boten Schutz vor der Witterung und eine Bühne für Bands. Wenn so viele Menschen an einem Ort feiern, hinterlässt das Spuren. Doch dieses Mal gab es Zerstörungen, die wohl über das normale Maß hinausgehen.

In den Wassergräben, die die Wiese von der Straße "Stiller Winkel" trennen, liegen aus dem Beton gerissene Bänke. FOTO: Sand

Bei der Stadt haben sich zahlreiche Menschen beschwert, wie es nach der Veranstaltung im Forstgarten aussieht. Der Polizei liegt eine Anzeige wegen "gemeinschädlicher Sachbeschädigung" vor. Dabei geht es um die drei Bänke, die herausgerissen wurden. Die Anzeige ging am Samstag um 7.15 Uhr, also am Morgen nach der Auftaktveranstaltung zum "Angrillen" ein.

Auch Gartenmeister Hans-Heinz Hübbers von den Umweltbetrieben der Stadt Kleve ist entsetzt über den Zustand des Areals. Bei einer Begehung vor Ort konfrontierte er gestern Vormittag Veranstalter Lothar Quartier mit gleich mehreren Vorwürfen. Da sind zunächst die drei Bänke - Sachschaden 2400 Euro. "Es ist zwar nicht gesagt, dass die von Besuchern des Angrillens herausgerissen wurden, aber neben den Bänken wurden Gläser gefunden, die bei der Veranstaltung ausgegeben wurden", berichtete Hübbers Lothar Quartier und zwei Mitarbeitern des Ordnungsamtes der Stadt Kleve.

Schlimmer findet Hübbers den Zustand der Wiese und der Böschungen. "Die Fahrer haben beim Aufbauen der Zelte mit ihren Radladern Naturschutzflächen beschädigt", sagte der Gartenmeister. Dort, wo das große Zelt stand, sei der gesamte Rasen zerstört. Hübbers weiter: "Dort ist jetzt nur noch Schlamm. An vielen Stellen gibt es tiefe Reifenspuren in der Wiese." Der Beamte mahnt eindringlich: "Das geht so nicht. Beim nächsten Mal werde ich den Aufbau sofort stoppen, wenn das wieder so abläuft".

Der Forstgarten ist seit zwei Jahren denkmalgeschützt. Für Veranstaltungen wie das Angrillen braucht es seitdem eine Genehmigung der Denkmalschutzbehörde, die auch erteilt wurde. Hübbers: "Wenn die Behörde vom Zustand der Wiese hier erfährt, ist es vorbei mit solchen Festen."

Ein weiterer Veranstalter, der auf der Wiese am Alten Schützenhaus regelmäßig zu Gast ist, ist Bruno Schmitz vom Kulturbüro Niederrhein. Für ihn wäre es eine "Katastrophe", wenn die Genehmigung für die "Cinque Sommernacht", die für den 27. August geplant ist, entzogen würde. "Alles ist fest gebucht. Die Künstler haben die Verträge unterschrieben", betont Schmitz. Er findet, dass die Wiese im Forstgarten ein "fantastischer Veranstaltungsort" ist.

Lothar Quartier verspricht, dass die Wiese - auf seine Kosten und so, wie es im Vertrag mit der Stadt festgehalten wurde - wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt wird. Für die herausgerissenen Bänke will er prüfen, ob er seine Versicherung in Anspruch nehmen kann, auch wenn gar nicht feststehe, dass Besucher des Angrillens für den Vandalismus verantwortlich seien. Heute soll es eine weitere Begehung des Areals geben.

Quelle: RP
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