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Kleve/Kalkar
Zeuge entlastet Bordell-Besitzer

Kleve/Kalkar: Zeuge entlastet Bordell-Besitzer
Staatsanwalt Hendrik Timmer vertritt die Anklage. FOTO: Evers
Kleve/Kalkar. Das Urteil in dem Prozess gegen 70-Jährigen soll am 2. Mai gesprochen werden.

Ein kleines Buch hatte Jürgen R. am dritten Verhandlungstag gegen ihn im Klever Landgericht vor sich liegen. Der 70-jährige Betreiber des Kalkarer Bordells "Haus Manier" trug darin alles Wichtige ein, was der einzige Zeuge aussagte. Es handelte sich dabei um einen Steuerfachangestellten, der für Jürgen R. gearbeitet hatte und der ihn nun entlastete.

Der 70-jährige muss sich seit dem 8. April in der Schwanenburg wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und Sozialversicherungsbetrugs verantworten. Staatsanwalt Hendrik Timmer wirft ihm vor, im Zeitraum von Februar 2003 bis Januar 2015 knapp 620.000 Euro vorenthalten zu haben, da er nur die 50 Prozent der Einnahmen, die er kassierte, angab, nicht aber die andere Hälfte, welche die Prostituierten erhielten. Als Selbstständige hätten diese eigenständige Steuererklärungen abgeben müssen, so ein Zeuge.

Der Steuerfachangestellte, der den Beschuldigten jahrelang beriet, sagte zudem, dass er auf Grund der Gespräche mit dem Angeklagten davon ausgegangen sei, dass die Prostituierten als Selbstständige im "Haus Manier" in Kalkar tätig waren und "Herr R." lediglich eine Miete für die Räumlichkeiten erhalten habe. "Wie die Aufteilung aber genau war, weiß ich nicht. Bei uns ging es nur darum, was er versteuern muss", so der Zeuge. Zusammen mit dem Angeklagten habe er obendrein eine Hausordnung gefertigt. Diese unterstützte die Zeugenaussage. Der Steuerfachangestellte gab zudem an, dass er von zwei oder drei Frauen ebenfalls die Steuererklärungen gemacht habe.

Am Montag, 2. Mai, ist der letzte Verhandlungstag angesetzt. An diesem soll neben den Plädoyers des Staatsanwalts und der Verteidigung auch das Urteil gesprochen werden.

(pets)
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