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Niederrhein
Ziemlich beste Fahnder ermitteln wieder mal

Niederrhein: Ziemlich beste Fahnder ermitteln wieder mal
Das Autoren-Duo Thomas Hesse und Renate Wirth schickt wieder den so beliebten Kommissar Gero von Aha auf die Jagd nach den Verbrechern. FOTO: Malz
Niederrhein. Hesse/Wirth legen ihren achten Regionalkrimi vor: "Der Käfer". Darin sorgt ein verbuddelter VW Käfer für Rätsel, und der beliebte Kommissar Gero von Aha bewegt sich undercover als "Rosenkavalier".

Am Anfang stand das wahre Leben. Die niederrheinischen Krimi-Autoren Thomas Hesse und Renate Wirth entdeckten eine unscheinbare Zeitungsmeldung, in der beschrieben wurde, dass ein vergrabener alter VW Käfer entdeckt worden war. Tatsächlich war das demolierte Fahrzeug nach einem tödlichen Unfall nahe der deutsch-niederländischen Grenze verbuddelt worden, um Spuren zu verwischen. Jahrzehnte später wurde es gefunden, verrottet, zerfressen und doch noch ein Fall für eine nachträgliche Tatuntersuchung.

"Kann man so etwas Verrücktes erfinden? Die Geschichte ließ unsere Phantasie galoppieren", sagt Renate Wirth, die in Xanten lebt und in Wesel arbeitet.

Herausgekommen ist die Geschichte "Der Käfer", das achte gemeinsame Werk von Hesse/Wirth. Das Markenzeichen Tier-Titel bleibt, diesmal im doppeldeutigen Sinn. "Der Käfer" ist soeben auf den Buchmarkt gekrabbelt und bietet Spannung, niederrheinische Atmosphäre und eine überraschende Lösung. Mit ihrem neuen Regionalkrimi gehen die Autoren jetzt auf Lesereise.

"Zur Geschichte gehört beim Leser beliebtes Personal, unser K 1 mit der starken Kommissarin Karin Krafft, ihrem schrillen Mitstreiter Nicolas Burmeester und dem eigensinnigen Gero von Aha, kurz Eule genannt. Sie bilden die Lesefamilie, entwickeln sich von Buch zu Buch weiter, ohne ihre besondere Charakteristika zu verlieren", sagt der Weseler Thomas Hesse.

Diesmal gibt es eine Wiederauferstehung und einen Neuankömmling im Kommissariat. Die drei Hyperaktiven von der O.P.A.-Initiative, die als "Die Füchse" schon früher dem Kommissariat zeigten, wo's langgeht, neigen auch aktuell zu Heldentaten.

Neu im Einsatz ist Woodstock, der drogenabhängige Drogensuchhund, der bei der letzten Hesse/Wirth-Kurzgeschichte in "Schmugglerpfade", einem deutsch-niederländischen Projekt, die Leser faszinierte und jetzt seine Bewährungschance im Roman erhält. Im Schlepptau folgt sein windiges Herrchen, der Kommissar Drechsler, ein ein wahres Ekelpaket.

"Die Charakterzeichnungen sind entscheidend, die Figurenkonstellation muss eine Menge Konfliktstoff hergeben", sagt Wirth. Dass die Orte und Szenen stimmig und nachprüfbar sind, macht die Story nacherlebbar. Egal, ob die Handlung in Wesel und Xanten, Voerde und Dinslaken, Moers und Rheinberg, Geldern und Goch spielt: Die Tatorte sind gut recherchiert. Machen die Autoren Fehler - auch das passiert -, fragen Leser schnell nach. Dann ist das Amüsement oft groß.

Die Geschichte selbst erzählt von einer toten Jugendlichen auf der einen Rheinseite, einem vorschnell zu den Akten gelegten Todesfall einer alten Dame auf der anderen Rheinseite und einem dunklen Ereignis, an dem über Jahrzehnte niemand rührte, und plötzlich entsteht ein verzwickter Doppelfall. Dabei geht es um Drogengeschäfte und Senioren, die sich ihre Rente mit Transporten aufbessern. Auf dem "Rosenhof" in Xanten verknüpfen sich die Fäden, in Wesel werden die Täter von den Fahndern gejagt.

"Der Käfer" ist mit einigem Humor und auch Charme geschrieben, wenn die Autoren Hesse/Wirth filmische Anleihen machen und Gero von Aha als ziemlich besten Fahnder inkognito die an den Rollstuhl gefesselte "Rosenhof"-Herrin aufmuntern lassen. Eine gelungene Fortsetzung der letzten Niederrhein-Krimis "Die Spinne" und "Eulenblues".

Quelle: RP
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