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Kleve/Goch
Zu wenig Zuschauer beim Public Viewing

Kleve/Goch. Die Veranstalter ziehen ein ernüchterndes Fazit. Manch einer denkt dennoch bereits an die WM 2018. Von Marc Cattelaens

Tim Verfondern von der Soundbox Music & Entertainment GmbH hätte sich mehr Besucher für das Public Viewing im Klever Forstgarten gewünscht, und er hätte auch einen größeren Ansturm erwartet. Pro Deutschlandspiel verfolgten im Durchschnitt 300 bis 350 Fußballbegeisterte das Geschehen auf der Leinwand in der Konzertmuschel. "Bei den Spielen ohne deutsche Beteiligung war das Interesse sehr gering. Wir haben das trotzdem durchgezogen und auch diese Partien gezeigt", sagt Verfondern. Die meisten Zuschauer kamen übrigens nicht zu den Spielen der Endrunde, sondern zum Spiel Deutschland gegen Nordirland. "Das hat uns gewundert, bei dem dritten Vorrundenspiel hatten wir 600 Zuschauer im Forstgarten", sagt Verfondern.

So richtig gelohnt hat sich das Public Viewing aus unternehmerischer Sicht für Soundbox nicht. "Wir sind finanziell mit einem blauen Auge davon gekommen", räumt Verfondern ein. Das Interesse am "Rudelgucken" sei rückläufig. "Viele Fußballfans sehen die Spiele lieber auf dem eigenen Fernseher." Außerdem sei während des Turniers keine richtige Stimmung aufgekommen.

Im Vorfeld war das Public Viewing von Soundbox zum Politikum geworden. Der Stadtrat sprach sich gegen eine solche Veranstaltung im denkmalgeschützten Forstgarten aus. Die Ratsmitglieder und auch viele Bürger befürchteten, dass Fans sich daneben benehmen und die Blumen und Parkanlagen beschädigen könnten. Doch Bürgermeister Sonja Northing überstimmte den Rat. Die Befürchtungen trafen nicht ein. "Alles ist glatt gelaufen. Es gab keine Schäden", so Verfondern.

Ob Soundbox auch zur Fußball-Weltmeisterschaft in zwei Jahren ein Public Viewing durchführen wird, kann Verfondern zurzeit noch nicht sagen. "Ich würde das nicht kategorisch ausschließen. Eine Weltmeisterschaft ist noch einmal etwas anderes als eine Europameisterschaft. Eine Entscheidung werden wir relativ kurzfristig treffen", betont Verfondern.

Georg van den Höövel, Organisator des Public Viewings im Stadtpark in Goch, kann sich gut vorstellen, zur WM 2018 wieder eine solche Veranstaltung durchzuführen. "Ich habe mich schon mal schlau gemacht, zu welchen Zeiten die Spiele übertragen werden sollen", sagt van den Höövel. Er macht hauptsächlich das Wetter dafür verantwortlich, dass zur Übertragung der EM-Spiele nicht so viele Besucher den Weg in den Stadtpark fanden. "Im Durchschnitt hatten wir etwa 700 Zuschauer. Leider hat es oft geregnet", sagt der Veranstalter. Platz wäre für 2500 Menschen gewesen.

Geschäftsführer Rainer Vogt ist enttäuscht, dass das Public Viewing im Casa Cleve nicht besser angenommen wurde. Er sagt deutlich: "Das war für uns ein finanzieller Misserfolg". Trotzdem kann er dem Ganzen auch etwas Positives abgewinnen: "Die Gäste, die da waren, haben wir mit unserem Konzept aus Gegrilltem, Fußball-Talk und Sitzplätzen überzeugt. Wir haben neue Gäste für uns gewonnen". Was eine Wiederholung des Public Viewings zur Weltmeisterschaft angeht, ist Vogt skeptisch: "Wenn die Anstoßzeiten nicht deutlich nach vorne gelegt werden, ist für mich ein Public Viewing zur WM nicht denkbar."

Quelle: RP
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