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Niederrhein
Zum Sommer-Ende noch ein Blumenkorso

Niederrhein. Ab morgen feiert der grenznahe niederländische Ort Lichtenvoorde seinen berühmten Blumenkorso. Statt Tulpen werden Dahlien gesteckt; die Wagen sind prachtvoll, die Besucher immer begeistert. Von Anja Settnik

/ niederlande (RP) Was den Rheinländern ihre Karnevalsumzüge, sind für die Niederländer ihre Blumenumzüge. Die gibt es nicht nur im holländischen Blumenzwiebel- Mekka zur Zeit der Tulpenblüte, sondern auch im Osten der Niederlande im Spätsommer / Frühherbst. In Lichtenvoorde, einem Ort nahe der deutschen Grenze, findet am Sonntag, 11. September, der traditionelle Blumenkorso statt. Ein Schauspiel, an dem tausende Besucher - natürlich auch aus dem nahen Nachbarland - Anteil nehmen.

Normalerweise gilt die Tulpe als blühendes Wahrzeichen unserer westlichen Nachbarn. Doch beim traditionellen Blumenkorso Lichtenvoorde spielt die Dahlie, die erst im Spätsommer üppig blüht, die Hauptrolle: Rund vier Millionen Blüten verwandeln sich dabei jedes Jahr aufs Neue in phantasievolle Kunstwerke. Am Sonntag, 11. September, rollt der Umzug bereits zum 87. Mal durch die Straßen der Gemeinde unweit der deutsch-niederländischen Grenze. Ein farbenfrohes Schauspiel, das zum Kulturerbe der Niederlande gehört.

"Es ist immer wieder beeindruckend zu sehen, wie aus dem Meer an Blüten echte Kunstwerke entstehen und wie groß die Wagen am Ende sind. Die meisten passen gerade so unter der Straßenbeleuchtung her", sagt Annet Gierkink von der Stiftung Bloemencorso Lichtenvoorde. Von den kreativen Ideen der Korsobauer ist sie auch in diesem Jahr wieder überrascht. Rund 1000 ehrenamtliche Helfer feilen derzeit an ihren meterhohen Figuren und setzen jedes kleine, liebevolle Detail in Szene.

Thematisch präsentieren sich die diesjährigen Kunstwerke humorvoll bis raffiniert: Da geht es auf Zeitreise in die 60er-Jahre, geben sich adlige Hunde die Ehre und bringt ein Zebra die Zuschauer mit optischen Täuschungen zum Staunen. Mit der passenden Themenmusik und sich bewegenden Elementen rollen die Phantasiewelten am morgigen Sonntag durch die Lichtenvoorder Innenstadt. Ab 14 Uhr können die 18 Wagen dann auf der fast drei Kilometer langen Umzugsstrecke bewundert werden.

Spielmannszüge, Schauspieler und Tänzer begleiten das blühende Spektakel. In den Cafés, Kneipen und Restaurants herrscht ebenfalls Festivalstimmung, und in der "deutschen Ecke" am Aaltenseweg warten Spezialitäten aus dem Nachbarland. Erstmals wird hier außerdem ein Moderator den Umzug in deutscher Sprache kommentieren. "Damit zeigen wir, wie sehr wir uns über die vielen Besucher aus Deutschland freuen", so Gierkink. "Zur Tradition des Blumenkorsos gehört außerdem, dass die Zuschauer, Veranstalter und Helfer im Anschluss gemeinsam feiern. Die deutsche Ecke ist seit drei Jahren fester Bestandteil des Programms." Keine Frage, warum das so ist: Weil die Grenze nah ist und man gute Nachbarschaft pflegt. Länger bleiben lohnt sich aber nicht nur wegen der After-Show, werben die Veranstalter, sondern auch wegen der Ausstellung der Wagen im Anschluss an den Korso. Von 16.30 bis 23 Uhr können Besucher die bis zu acht Meter hohen und 30 Meter langen Kunstwerke auf dem Ausstellungsgelände in der Gert Reindersstraat in Lichtenvoorde besichtigen. Nach Einbruch der Dunkelheit rücken Scheinwerfer die Kunstwerke ins rechte Licht.

Am Montagmorgen, nach der Preisverleihung für die schönsten Wagen, setzt sich die Blumenparade ein zweites Mal in Bewegung. Auch die Ausstellung ist an diesem Tag von 12 bis 22 Uhr nochmals geöffnet. Dienstags endet der Festreigen mit einem bunten Jahrmarkt im Zentrum von Lichtenvoorde und einem großen Abschlussfeuerwerk um 22 Uhr.

Eintrittskarten für den Blumenkorso sind für sieben Euro pro Person erhältlich. Kinder und Jugendliche bis einschließlich 16 Jahre haben freien Eintritt. Sitzplätze auf der Tribüne kosten zusätzlich sieben Euro. Die Tickets sind im Vorverkauf über die VVV-Touristinfo in Lichtenvoorde und auf "http://www.blumenparade.de" erhältlich. Außerdem werden Eintritts- und Tribünenkarten - sofern noch nicht ausverkauft - vor Ort angeboten.

Quelle: RP
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