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Kleve
Zur Eröffnung weiter Ärger um Brücke

Kleve: Zur Eröffnung weiter Ärger um Brücke
Kleves Bürgermeisterin Sonja Northing und VRR-Vorstandssprecher Martin Husmann eröffneten den Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB). FOTO: Gottfried Evers
Kleve. Kleves Bürgermeisterin Sonja Northing hat den Busbahnhof in Kleve eröffnet: Aufgeräumt, klar gegliedert und mit direktem Übergang von Bus zu Bahn präsentiert sich der "ZOB". Das Brücken-Problem bleibt aber weiter ungelöst. Von Matthias Grass

Schön aufgeräumt, modern und mit Anzeigetafeln, die die wirklichen Abfahrszeiten in "Echtzeit" angeben, präsentiert sich Kleves Bahnhof. Schön neu, aber von den Dauerparkplätzen nur schwer, für Menschen mit Behinderung oder mit Kinderwagen eigentlich gar nicht erreichbar. Gestern wurde dieser neue Zentrale Omnibusbahnhof, kurz "ZOB" genannt, von Kleves Bürgermeisterin Sonja Northing eröffnet. "High Noon", 12 Uhr mittags, zeigte die Bahnhofsuhr im alten Stationsgebäude, als Northing um 10.08 Uhr zur Schere griff, um das Band zur offiziellen Eröffnung mit gekränztem Linienbus samt bleuen Luftballons durchzuschneiden. Übrigens mit der Schere, mit der die Emmericher Rheinbrücke 1965 eröffnet wurde.

CDU-Ratsherr Edmund Ricken war wie viele seiner Ratskollegen aller Parteien, wie die Stadtspitze, Vertreter des Verkehrverbandes Rhein-Ruhr (VRR) und der Stadtwerke Kleve ebenfalls zur ZOB-Eröffnung gekommen. Geparkt hat er auf dem Dauerparkplatz. "Aber ich bin nicht über die Brücke gegangen - schon aus Prinzip nicht", sagte der 71-jährige Ricken gestern am Rand der Eröffnungsfeier. Er wählte den weiten Weg bis zum Kreisverkehr und dann über die Bahnhofstraße wieder zurück. So muss man die Schienen nicht kreuzen. Rickens Prinzip hat einen handfesten Hintergrund: Der Rat der Stadt Kleve hatte immer wieder, schon in der Planungsphase unter dem damaligen Bürgermeister Theo Brauer, gefordert, dass es eine Lösung für den Übergang vom Dauerparkplatz zum eigentlich Bahnsteig geben muss, der nicht über steile Treppen führt.

Jetzt ist der Bahnhof quasi fertig - und eine Lösung ohne Treppen ist nicht wirklich in Sicht. "Über die Brücke werden wir weiter reden müssen", sagte Kleves Bürgermeisterin Northing, die das Übergangsproblem vom Parkplatz zum Bahnsteig mit ihrer Wahl geerbt hat. Ricken kann nicht verstehen, dass es nicht wenigstens einen schienengleichen Übergang geben kann - so wie in Goch.

Willibrord Janssen, Chef des Fachbereichs Tiefbau, dessen Mitarbeiter die Arbeiten am ZOB koordiniert haben, verweist auf die 28 zusätzlichen Parkplätze direkt vor dem neuen Bahnhof, die auf dem alten Busbahnhof sauber eingezeichnet sind und auf die jetzt acht Behinderten-Parkplätze. Die werden die Lage um die Brücke ein wenig entspannen - doch eigentlich sollen an Stelle der 28 Parkplätze später einmal Häuser stehen.

In seiner Anbindung an die Bahn habe der neue Bahnhof in Kleve eine vorbildliche Situation, sagte Martin Husmann, Vorstandssprecher des VRR zur Eröffnung. 2,34 Millionen Euro hat der Halt für Bus und Bahn gekostet, 1,76 Mio Euro schoss der VRR hinzu. Man sei auch bereit, auch die weiteren Gestaltung des Bahnhofumfeldes zu bezuschussen, sofern das Land Mittel zur Verfügung stellt, sagte Husmann mit Blick auf die Planungen, die die Stadt über das Bahnhofsumfeld gelegt hat. Dies alles sei ein "Riesenschritt nach vorne" (so Husmann). Zumal am Klever Bahnhof auch ein Car-Sharing angedacht sei.

Northing erinnerte in ihrer Rede an den Antrag, den die Stadt 2008 an den VRR stellte, und an die Planungen in den Jahren 2013/14, die in den Beginn der Arbeiten vor rund einem Jahr, Mitte April 2015, mündeten. Jetzt habe man in Kleve einen Bahnhof, der barrierefrei ist (sieht man von der Brücke ab) und dessen Anzeigen der Abfahrten für Sehbehinderte nutzbar sind: Sie werden per Knopfdruck vorgelesen. Bald werden weitere Fahrradboxen aufgestellt und die Stadtwerke Kleve stellen eine Stromsäule für die E-Biker auf, so Northing. Mit der neuen Straßenachse weise der ZOB in die Innenstadt, sagt Northing.

Quelle: RP
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