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Bedburg-Hau
Zwei Kindergärten, ein Konzept

Bedburg-Hau. Der Kindergarten St. Pius und die Kita Lebenswiese stellen ihr gemeinsames Programm vor. Von Katrin Reinders

Die Unkenrufe waren laut. Daran erinnert sich Irmgardis Wanders noch genau. Als der Kindergarten St. Pius mit 50-jähriger Tradition plötzlich die Kita Lebenswiese in seiner Nachbarschaft willkommen hieß, "da sprachen die Menschen von Konkurrenz vor der Haustür", erzählt die Leiterin des Bedburg Hauer Kindergartens in Trägerschaft der katholischen Gemeinde "Heiliger Johannes der Täufer". Heute, mehr als zwei Jahre nach der Eröffnung der 'Lebenswiese' in Trägerschaft der Lebenshilfe gGmbH - Leben und Wohnen Kleve, stellen die beiden Einrichtungen ihr gemeinsames Konzept vor: "Wir leben hier eine praktische Gemeinschaft, tauschen uns aus und bringen gemeinschaftliche Aktionen für die Kinder hervor", beschreibt Einrichtungsleiterin Lioba Rosenberg das nachbarschaftliche Miteinander, "von Konkurrenzgedanken hat hier niemand etwas gespürt."

Für Irmgardis Wanders liegt der Grund für die gewachsene Kooperation auf der Hand: "Wir haben alle das gleiche Ziel", sagt sie, "wir möchten die uns anvertrauten Kinder liebevoll betreuen und optimal fördern. Warum sollte man dazu nicht Kompetenzen und Ideen bündeln?" Genau das leben die beiden benachbarten Einrichtungen bereits seit einiger Zeit, der weitere Ausbau gemeinsamer Projekte und Termine ist geplant.

So nutzten die beiden Teams jüngst das Zusammenkommen der ältesten rund 50 Kinder zum großen Stationsspiel auf der Wiese zwischen den beiden Kindergärten. Dieses Projekt ist ein Beispiel für unterschiedliche altersentsprechende Aktionen, bei denen die aktuell insgesamt 117 Kinder miteinander in Kontakt kommen. "Bewusst haben wir die Gruppen im Rahmen des Stationsspiels derart zusammengestellt, dass die Jungen und Mädchen einrichtungsübergreifend gemeinsam ihre Aufgaben bewältigt haben", erläutert Lioba Rosenberg von der Kita Lebenswiese.

Aus ihrer Sicht hat die Kooperation vor allem auch den Charme, dass Kinder frühzeitig lernen, "über den Tellerrand hinaus zu schauen und auch mit anderen offen zu kommunizieren."

Darüber hinaus können sich die Erzieherinnen zu bestimmten Themen austauschen und von den Erfahrungen des jeweils anderen Teams profitieren. "Gerade im Hinblick auf die großen Themen der Lebenshilfe, Inklusion und Integration, ist dieses nachbarschaftliche Miteinander vorbildlich", sagt Hermann Emmers als Geschäftsführer der Lebenshilfe gGmbH - Leben und Wohnen Kleve. "Wir sind sehr froh, dass diese beiden Einrichtungen künftig noch stärker im Fokus haben werden, gemeinschaftliche Projekte auf die Beine zu stellen."

Quelle: RP
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