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Kleve
Zwei-Wochen-Test für den Traumberuf

Kleve. Die Neuntklässlerinnen der Gelderner Liebfrauen-Realschule sind ausgeschwärmt, um die Berufswelt zu erkunden. Sie haben spannende Erfahrungen gemacht und Sicherheit gewonnen. Vier ganz verschiedene Erfahrungsberichte. Von Paula Müller

Wer geht schon gern zum Zahnarzt? Die 15-jährige Mara Damadu hat es zwei Wochen lang ganz gerne gemacht - im Berufspraktikum. Im vergangenen Jahr hat sie im Rahmen eines Sozialpraktikums schon im Krankenhaus gearbeitet, jetzt ging's in eine Zahnarztpraxis.

"Ich wollte schon immer etwas mit Medizin machen", sagt Mara, eine von 90 Neuntklässlerinnen der Gelderner Liebfrauen-Realschule, die zwei Wochen lang in Berufsalltag hineinschnupperten. Der Umgang mit den Patienten bereite ihr Freude, die Arbeit mit Menschen gefalle ihr. Sie hat die normale Arbeitskleidung getragen, Behandlungszimmer kontrolliert, Geräte gereinigt und den Kollegen zugearbeitet. "Bei Behandlungen durfte ich auch schon zusehen, und das Absauggerät habe ich auch schon benutzt." Zum Job gehört es aber auch, viel zu stehen. "Daran muss ich mich erst einmal gewöhnen."

Insgesamt zieht sie eine positive Bilanz: Ihre Erwartungen haben sich erfüllt. "Außerdem habe ich viel gelernt. Dazu gehört auch, dass man regelmäßig zum Zahnarzt geht und sich immer gut die Zähne putzen muss", sagt sie grinsend. Das Praktikum hat sie in ihrem Wunsch bestärkt: "Ich möchte auf jeden Fall in der Medizin bleiben und nach der Schule erst mein Abitur machen", sagt sie. Nur, in welchem Bereich der Medizin sie mal arbeiten möchte, weiß sie noch nicht.

Eline Spieske arbeitete in einem Friseursalon in Geldern. Sie hat Spaß daran, Make-up und neue Frisuren zu gestalten. "Auf Hochzeiten und Geburtstagen konnte ich auch schon Frisuren machen", erklärt Eline. Der Umgang mit den Kunden mache ihr viel Spaß: "Die Typveränderungen zu sehen ist toll." An einem Puppen-Kopf durfte sie selbst experimentieren und neue Frisuren ausprobieren. Am "lebenden Kunden" gehörten Haarewaschen, Föhnen, Locken drehen und Augenbraun ziehen zu ihren Aufgaben. "Mir wurde viel gezeigt", berichtet Eline, "sogar beim Ansatzfärben durfte ich helfen." Auch ihr ist das viele Stehen am Anfang schwergefallen. "In den ersten Tagen taten mir meine Füße schon weh. Doch nach einigen Tagen hatte ich mich an das lange Stehen gewöhnt." Sie sieht sich durch das Praktikum in ihrem Traumberuf bestätigt: Sie möchte eine Ausbildung zur Friseurin machen und auf jeden Fall Maskenbildnerin werden.

Die 15-jährige Celina Zweigle verbrachte ihr Praktikum in der Grundschule. "Ich arbeite sehr gern mit Kindern zusammen und wusste schon länger, dass ich diesen Beruf unbedingt im Praktikum erleben möchte", erklärt sie. "Ich durfte im Unterricht mithelfen und den Kindern Hilfestellung geben." Einmal habe sie sogar den Unterricht leiten dürfen. Nachmittags half sie in der Ganztagsbetreuung bei den Hausaufgaben und spielte mit den Kindern. "Genau so habe ich mir mein Praktikum vorgestellt", sagt Celina. Die Fächer Deutsch, Mathematik und Sport haben ihr besonders gut gefallen. "Ich möchte auf jeden Fall Lehrerin werden", ist sie jetzt sicher. In welcher Schulform sie mal landen will, ist aber noch nicht gerast: "Ich werde erst noch mal ein Praktikum in einer weiterführenden Schule machen."

Johanna Haag verbrachte ihr Praktikum in einem Nähladen. "Ich wollte schon immer etwas Kreatives machen", begründet sie. "Das selbst gemachte Produkt in den Händen zu halten ist einfach toll." Auch zu Hause ist es ihr Hobby, kreativ zu sein und neue Ideen umzusetzen. Johanna erzählt: "Meine Aufgaben im Nähladen waren unter anderem das Zuschneiden von Mustern und das Zusammennähen von Stoffen. Manchmal musste ich auch fegen oder neue Stoffe einkaufen." Eine starke Arbeitsbelastung war es nicht, findet sie. Sie habe viel beigebracht bekommen. "Ich habe gelernt, wie man mit der Nähmaschine umgeht und verschiedene Techniken anwendet." Aber sie möchte das Nähen nur als Hobby behalten - beruflich ist das für sie nichts.

Quelle: RP
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