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Niederrhein
Zwölf Wanderungen durch die Eiszeit

Niederrhein. Ein neues Bändchen des Rheinischen Vereins führt auf Geopfaden durch den Reichswald in die von der Eiszeit geprägte Landschaft zwischen Nimwegen und Kleve. Von Matthias Grass

Wie ein dickes W liegt die Hügelkette der Stauchmoräne zwischen Kleve, Nimwegen und Mook. Ihre Berge und Hügel zeugen von den mächtigen Gletschern, die die Landschaft vor 300.000 bis 115.000 Jahren formten, die Findlinge von Norwegen an den Niederrhein schleppten oder Felsbrocken auf großen Eisplatten aus den Alpen mitbrachten. Granit vom Norden, Buntsandstein und Quarzit aus dem Süden. Geparkt sind sie auf dem Sand der Moräne. Durch das Gewicht und die Schmirgelwirkung der mehr als 200 Meter dicken Eislappen entstanden tiefe Täler in der Landschaft, vor sich türmte das Eis die Erde zu Hügeln auf.

Als sich das Eis zurückgezogen hatte, formten Erosion, Quell- und Regenwasser, die Flüsse Rhein und Maas die für die Ebene der Niederung ungewohnte Landschaft mit ihren schroffen Einschnitten und sanften Erhebungen, auf der heute der Reichswald steht, auf der sich die Klever Burg erhebt und in deren Täler Prinz Moritz von Nassau einst seinen Park anlegen ließ. Ein Gebiet, das von vielen wunderbaren Wald- und Wanderwegen durchzogen ist. Das macht sich ein kleines beim Rheinland-Verlag erschienenes Bändchen jetzt zunutze, um sach- und fachkundig die Eiszeit zu erwandern. Wie auf dem Weg von Donsbrüggen hinauf durch die Adolfsschlucht in Richtung altes Forsthaus, wie rund um Mook und Nimwegen, Frasselt und Kranenburg. Geschrieben wurde der Band von vier ehemaligen Mitarbeitern der Radboud Universität Nimwegen: Der Chemiker Henk Blaauw, der Geograf Lex Kempers, der Biologe Jo Louppen und der Chemiker Jan Noordik sind gemeinsam durch das Gebiet gewandert und haben zwölf Wanderungen, acht in den Niederlanden und vier in Deutschland ausgearbeitet. Das Buch "Geopfade auf der Stauchmoräne" ist im Rahmen eines grenzüberschreitenden Kooperationsprojektes der Stiftung Geopfade Stauchmoräne, der Gemeinden Groesbeek, Ubbergen, Kranenburg und der Stadt Kleve entstanden.

Spannend und eingängig erzählen die Autoren die Geschichte der Eiszeit, erklären mit Grafiken und Reliefkarten die der Landschaft. Ergänzt werden die Reliefkarten von Höhenkarten. Es fehlen nicht Fotos von den Wanderwegen und den Aussichtspunkten, Karten der Strecke. Die zwölf Geo-Wanderungen sind jeweils zwischen fünf und zehn Kilometer lang und verweisen auf die Geogeschichte - wie den "krassen Übergang von der Stauchmoräne zur Rheinebene", der in Donsbrüggen gut zu sehen sei. "Hier können Sie prächtige, tief eingeschnittene Trockentäler und wunderschöne Hangwälder, die zwischendurch immer wieder den Blick auf Rheinebene freigeben, sehen", schreiben Blaauw und Kollegen bei der Wanderung Donsbrüggen-Adolfsschlucht. Das richtige Buch zur etwas anderen Osterwanderung . . .

"Geopfade auf der Stauchmoräne". Rheinscher Verein für Denkmalpflege und Landschaftssschutz, 120 Seiten, 14.95 Euro. ISBN 978-3-86526-115-1

Quelle: RP
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