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Köln
600 Obdachlose pilgern nach Rom

Köln: 600 Obdachlose pilgern nach Rom
Die Pilger Rainer Wissmann (li.) und Gerti Wirtz im Hof des Obdachlosenzentrums "Gubbio". Zahlreiche Obdachlose aus dem Erzbistum Köln pilgern in den kommenden Tagen nach Rom zum Papst. FOTO: dpa, obe pzi
Köln. Rund 600 Wohnungslose und bedürftige Menschen aus Deutschland machen sich in dieser Woche zu einer Pilgerreise nach Rom auf. Sie werden auf Einladung von Papst Franziskus von Freitag bis Sonntag im Vatikan erwartet.

Das sagte der Kölner Weihbischof Ansgar Puff am Montag in Köln. Insgesamt nehmen rund 6000 Obdachlose aus ganz Europa an der Wallfahrt zum Ende des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit teil.

Puff, der im Bus mit rund 110 Obdachlosen und deren Betreuern aus dem Erzbistum Köln und den beiden Nachbardiözesen Essen und Münster nach Rom reist, bekundete seine Freude über die Pilgerreise. Sie sei ein deutliches Signal an die "mittelschichtorientierte Kirche", dass die Obdachlosen zu ihr gehören. Anliegen des Papstes sei "eine arme Kirche für die Armen".

"Das kommt sowas von an"

Der Leiter der Gefährdetenhilfe beim Kölner Diözesancaritasverband, Andreas Sellner, betonte, dass die Einladung des Papstes auf große Resonanz unter den Betroffenen gestoßen sei: "Das kommt sowas von an." Die Plätze seien schnell ausgebucht gewesen. Zum Teil reisen die Obdachlosen auch mit der Bahn und dem Flugzeug nach Rom.

Kritik übte Sellner daran, dass die Deutsche Bahn nur die Buchung von 20 Plätzen für die Obdachlosen zugelassen habe, nicht aber für die gesamte Gruppe. "Ich war da schon ziemlich entsetzt", sagte der Caritas-Mitarbeiter. Alternativ habe er die Reise in Bussen organisiert.

Teilnehmer müssen 50 Euro selbst zahlen

Laut Sellner kostet die Fahrt der von der Kölner Caritas organisierten Gruppe rund 50.000 Euro, die bis auf 10 bis 20 Prozent finanziert sei. Jeder Teilnehmer müsse 50 Euro selbst zahlen. Zudem steuerten die Caritas-Stiftung für das Erzbistum Köln 20.000 Euro und das Domkapitel 12.000 Euro bei. Die Teilnehmer seien in einem religiösen Gästehaus in Vatikannähe untergebracht.

Schwester Franziska Passeck von der Kölner Obdachlosenseelsorge räumte ein, dass nicht jeder Obdachlose aufgrund seiner akuten Situation mitfahren kann. Die Wohnungslosen hätten von Franziskus eine sehr hohe Meinung und empfänden ihn als "Papst, der auf unserer Seite steht".

(kna)
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