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Prozess gegen 67-Jährigen in Köln
Sex mit bewusstlosen Frauen - Angeklagter sagt aus

67-Jähriger angeklagt - Sex mit bewusstlosen Frauen
Der 67-jährige Angeklagte im Landgericht Köln neben seinem Verteidiger Ingo Lindemann. Der Angeklagte verbarg sein Gesicht vor Fotografen hinter einem Aktenordner. FOTO: dpa, mb tmk
Köln. Die Liste der Vorwürfe ist lang: Ein 67-Jähriger soll sich an Frauen vergangen haben, als diese bewusstlos in seiner Wohnung oder seinem Auto lagen. Wie es dazu kam, blieb beim Prozess allerdings zunächst unklar. Vor seiner Aussage wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen.

Wegen sexueller Übergriffe auf bewusstlose Frauen hat in Köln der Prozess gegen einen 67-Jährigen begonnen. Ihm wird vorgeworfen, sich an zahlreichen Frauen vergangen zu haben, während diese in seiner Wohnung oder seinem Auto in einem komatösen Zustand waren. Wie er den Frauen begegnete und warum sie bewusstlos waren, blieb zu Beginn des Prozesses zunächst unklar.

Der Anwalt des Mannes kündigte an, dass sein Mandant sich äußern wolle. Bevor es dazu kam, wurden aber Zuschauer und Journalisten von dem Prozess ausgeschlossen.

Zuvor hatte die Staatsanwältin eine lange Liste mit Vorwürfen und erschreckenden Details vorgelesen. Der Angeklagte, der sein Gesicht vor Fotografen hinter einem Aktenordner verbarg, soll von den Übergriffen Videos und Fotos gemacht haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist auf den Aufnahmen zu sehen, wie er sich an den Frauen vergeht.

In wenigen Fällen hätten sie in ihrem geschwächten Zustand eine Regung gezeigt, sagte die Staatsanwältin. Ein Opfer sei etwa aus der Dämmerung aufgewacht und habe gefragt: "Bist du eigentlich noch normal?". "Daraufhin sprang der Angeklagte auf, räumte die Kamera weg und sagte: "Was denn?"", berichtete die Staatsanwältin.

Die Vorwürfe reichen von den Jahren 2008 bis 2014 und betreffen nach Angaben des Gerichts 17 Frauen. Nicht alle Opfer sind bislang mit Namen bekannt. Dem Mann wird zudem sexueller Missbrauch eines Mädchens vorgeworfen. Im vergangenen Jahr wurden der Anklage zufolge darüber hinaus Dateien mit Kinderpornografie auf Datenträgern bei ihm gefunden. Die Staatsanwaltschaft hält eine Sicherungsverwahrung für notwendig. Das Gericht hat zunächst 18 Verhandlungstage angesetzt.

(lnw)
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