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A1-Sperrung und die Folgen
Wieder lange Staus auf A3 und A46

A1-Sperrung sorgt für Stau
A1-Sperrung sorgt für Stau FOTO: Uwe Miserius
Köln. Rund um die gesperrte Autobahn 1 gibt es am Montag erneut enorme Verkehrsprobleme in NRW. Auch in den kommenden Tagen drohen lange Staus im Berufsverkehr. Bahnpendler müssen weiterhin mit Einschränkungen rechnen.

Bauarbeiten auf der stark befahrenen A1 und zeitgleich am Knotenpunkt Kölner Hauptbahnhof: Viele Tausende Reisende, Pendler und Berufskraftfahrer müssen am Montag im Großraum Köln erhebliche Verkehrsprobleme ertragen. 

Wegen der Suche nach einer möglichen Fliegerbombe unter der Fahrbahn der A1 in Köln-Merkenich ist die Fahrtrichtung Köln gesperrt. Am Montagmorgen gab es Entwarnung: Es wurde keine Fliegerbombe gefunden, sondern eine Eisenstange. Bauarbeiter werden das Loch in den kommenden Tagen zuschütten und die Strecke neu asphaltieren. Am Donnerstagmorgen soll die Sperrung dann aufgehoben werden. Bis drohen weitere Staus auf den Umleitungsstrecken. 

Am Montagnachmittag war es auf der A3 zwischen dem Leverkusener Kreuz und Köln-Heumar voll. Auf einer Strecke von zehn Kilometern staute sich der Verkehr. Auch auf der A46 bei Wuppertal gab es in Richtung Düsseldorf bis zum Abend Staus. Auf der A1 nach Köln staute sich der Verkehr bis Burscheid. Auch auf der A59 gab es am Abend Stau.

Wo genau sich der Verkehr derzeit besonders stark staut, sehen Sie in unserer interaktiven Stau-Karte. Einfach näher an die gefragte Strecke heranzoomen und nachgucken.

Legende
  • grün = freie Fahrt
  • orange = hohes Verkehrsaufkommen
  • rot = stockender Verkehr
  • dunkelrot = Stau

Auch am Montagmorgen hatte es auf den Umleitungsstrecken Stau gegeben. In Leverkusen-Hitdorf herrschte am Morgen Chaos: Zahlreiche Autos standen Schlange, um auf die Fähre zu gelangen. Außerdem nutzten viele Auto- und Lastwagenfahrer die Ortsdurchfahrt als Abkürzung, um dem Stau auf der A59 zu entgehen.

Riesiges Loch in der Autobahn

Für die Suche nach dem möglichen Blindgänger war mit großen Spezialgeräten ein 4,5 mal 4,5 Meter großes Loch gegraben worden. Die Arbeiter hätten bereits damit begonnen, das Loch wieder zu verfüllen. "Voraussichtlich werden diese Arbeiten bis in den Mittwochabend hinein andauern", teilte Straßen.NRW am Morgen mit. Ab Donnerstagmorgen sollten wieder zwei der drei Spuren freigeben werden. Doch erst zum Wochenende sei mit der kompletten Freigabe der A1 zu rechnen.

Pendler sollen Bahn nutzen

Straßen NRW appellierte an alle Verkehrsteilnehmer, nach Möglichkeit die Hauptverkehrszeiten zu meiden und auf den ÖPNV auszuweichen. Die ausgewiesenen Park-Ride-Parkplätze in Leverkusen hätten ausreichende Kapazitäten. Die dort verkehrende S6 sei nicht von den Einschränkungen am Kölner Hauptbahnhof betroffen. Auch die innerstädtischen Straßennetze sind überlastet. Daher sei es ratsam, so weit wie möglich über die Autobahnen zu fahren. "Hier ist in der Regel die Fahrtzeit trotz Stau kürzer als auf den städtischen Straßen", hieß es.

In Grün sind auf der Karte von Straßen NRW die Umleitungen markiert, in Rot das gesperrte Teilstück. FOTO: Strassen NRW

Probleme gab es am Morgen bei den Kölner Verkehrsbetrieben (KVB): Laut einer Sprecherin waren die  Bahnen im morgendlichen Berufsverkehr "sehr, sehr voll". Aufgrund des hohen Fahrgast- und Verkehrsaufkommens sei der Busverkehr "sehr gestört" gewesen. Es kam zu Verspätungen von bis zu 50 Minuten.

Der ADAC befürchtet extreme Verkehrsprobleme auch auf den Ausweichrouten und sprach schon im Vorfeld der am Samstag begonnenen Sperrung von einer "mittleren Katastrophe". Der Landesbetrieb Straßen.NRW rät, auf jeden Fall mehr Zeit einzuplanen, einen anderen Weg zu fahren, ein anderes Verkehrsmittel zu wählen oder Fahrgemeinschaften zu bilden.

Bauarbeiten am Kölner Hauptbahnhof

Die Deutsche Bahn hat am Montagmorgen umfangreiche Baumaßnahmen am Kölner Hauptbahnhof begonnen. Der ausgearbeitete Ersatzfahrplan laufe zunächst "reibungslos", sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Montagmorgen. Die Lage am Hauptbahnhof sei "völlig normal", die Reisenden hätten sich offenbar gut informiert.

Bis voraussichtlich zum 16. Oktober werden neun Weichen an dem wichtigen Knotenpunkt des Rheinlandes ausgewechselt. In dieser Zeit stehen in Köln die Gleise 7, 8 und 9 nicht zur Verfügung, der Bahnsteig an Gleis 6 wird nachts gesperrt. Die Bahn sprach von "massiven" Auswirkungen auf den Verkehr im Kölner Hauptbahnhof. Betroffen sind die Linien RE 1, RE 6, RE 8, RE 9, RE 12, RB 27 und RB 38, auf denen es zum Ausfall von Haltestellen kommt, vor allem im Kölner Stadtgebiet. Die RE 12 fällt sogar ganz aus.

Fotos: Suche nach Blindgänger unter der A1 bei Leverkusen gestartet FOTO: Uwe Miserius

Fahrgäste müssten mit einer hohen Auslastung der Züge und verlängerten Fahrtzeiten rechnen, besonders auf den Linien RE5 und S6, hieß es mit Blick auf die bestehende A1-Sperrung bei Leverkusen Richtung Köln. "Wir stehen vor einer großen Herausforderung", sagte ein Bahn-Sprecher im Vorfeld, "hoffen aber, dass sich die Fahrgäste rechtzeitig auf die Situation einstellen und informieren."

Wegen eines Notarzteinsatzes am Montagmorgen am Gleis zwischen Düsseldorf Hauptbahnhof und Leverkusen Mitte gab es außerdem eine Streckensperrung auf den Ferngleisen. Diese ist mittlerweile aufgehoben. Es kann aber immer noch zu Verspätungen und Teilausfällen kommen. Die S-Bahn-Strecke zwischen Düsseldorf Hauptbahnhof und Langenfeld bleibt weiterhin gesperrt. Die Züge werden zwischen Düsseldorf Hbf und Leverkusen-Rheindorf über Düsseldorf-Benrath umgeleitet. Außerdem soll es in Kürze einen Ersatzverkehr geben.

 

(top/lnw)
 
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