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Köln
Abendliche Führungen im Dom

Köln. Im Gotteshaus werden ab Ende November einmal im Monat zu später Stunde auch geistliche Führungen mit maximal40 Teilnehmern angeboten. Den Auftakt übernimmt am 30. November der Dompropst Gerd Bachner selbst. Von Stephan Eppinger

Bis zu 30.000 Menschen besuchen täglich den Kölner Dom. Bei solchen Menschenmassen ist für den einzelnen Besucher die spirituelle Dimension der großen Kathedrale kaum mehr erfahrbar. Um diese stärker zu betonen, hat Dompropst Gerd Bachner schon direkt zu seinem Amtsantritt im Frühjahr 2015 angekündigt, in Zukunft neben den gewöhnlichen Domführungen auch geistliche Rundgänge im Gotteshaus anzubieten. "Das ist ein tiefes persönliches und geistliches Anliegen von mir. Mein Ziel ist es, durch Innovationen Menschen anzusprechen, die keine regelmäßigen Kirchgänger sind, und den Besuchern die Möglichkeit zu geben, den Dom nicht nur als große gotische Kathedrale zu erfahren, sondern ihn auch geistlich zu erschließen."

Der erste erfolgreiche Schritt sei "Silent-Mod" im Rahmen der Computerspielmesse Gamescom gewesen. 50.000 kamen zum Dom und erlebten dort spät in der Nacht besondere Klang-, Licht- und Duftinstallationen. Der zweite Schritt sollen nun geistliche Führungen unter dem Motto "Mein Dom. Abendliche Glaubenswege" sein, die einmal im Monat angeboten werden. In einem weiteren Schritt wird es Anfang 2017 eine App für Smartphones geben, mit der im Dom Texte mit geistlichen Erklärungen abgerufen werden können.

Die neuen Führungen sind als geistliche Angebote kostenlos und finden in der Regel an jedem ersten Mittwoch im Monat statt. Im Winter beginnen sie um 19.30 Uhr und im Sommer um 21 Uhr. Dann ist der Dom geschlossen und die Besucher können die Stille und Würde des Kirchenraums genießen. Persönlichkeiten, wie am 30. November der Dompropst selbst, übernehmen die auf 40 Teilnehmer begrenzten Führungen, die etwa eine bis anderthalb Stunden dauern werden.

"Jeder, der die Führungen anbietet, wird seine eigenen Orte im Dom ansteuern, die für ihn ein Glaubens- und Lebenszeugnis bedeuten. Es geht um Orte und Themen, die geprägt sind von der Spiritualität und dem Glauben des Führenden. Kunsthistorische Bezüge spielen nur am Rande eine Rolle", betont Bachner.

Die weiteren Führungen übernehmen der frühere Intendant der Philharmonie Franz-Xaver Ohnesorg (4. Januar), Hannelore Bartscherer als Vorsitzende des Kölner Katholikenausschusses (1. Februar), die frühere Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner (1. März) und der amtierende Dombaumeister Peter Füssenich (5. April). Auch für die weiteren Führungen im kommenden Jahr konnten schon Kölner Persönlichkeiten gewonnen werden.

Wegen der begrenzten Teilnehmerzahl müssen sich die Teilnehmer vorab unter Telefon 0221/925847-30 anmelden und die kostenlosen Tickets dann jeweils ab Montag vor dem Termin persönlich im Domforum abholen. Das muss spätestens am Führungstag bis 16 Uhr geschehen sein, sonst wird der Platz neu angeboten.

Quelle: RP
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