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Kölner Dom
Trauer um Verleger Alfred Neven DuMont

Trauerfeier für Alfred Neven DuMont im Kölner Dom
Trauerfeier für Alfred Neven DuMont im Kölner Dom FOTO: dpa, hka tmk
Köln. Bei der Trauerfeier für Alfred Neven DuMont im Kölner Dom würdigten am Dienstag Vertreter aus Kirche und Politik sein publizistisches und soziales Engagement sowie sein Mäzenatentum. An der Feier nahm unter anderen NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) teil. DuMont war am 31. Mai im Alter von 88 Jahren gestorben.

Der Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) sagte: "Alfred Neven DuMont war Unternehmer und Künstler in einer Person." Ohne ihn hätte sich Köln nicht zu einer führenden Medien- und Zeitungsmetropole entwickeln können. Den "Kölner Stadt-Anzeiger" habe er zu einer bundesweit geschätzten Zeitung gemacht und mit dem "Express" ein neues Medium ins Leben gerufen.

Roters bezeichnete DuMont als "homo politicus", den das lokale Geschehen genauso bewegt habe wie das internationale. Herzensanliegen sei ihm die israelisch-deutsche Aussöhnung oder die Anbahnung einer neuen Ostpolitik gewesen. Der Oberbürgermeister würdigte DuMonts Liebe zur Kunst, die sich etwa in seinem Engagement für das Kölner Wallraf-Richartz-Museum ausgedrückt habe.

Der frühere Kölner Dompropst Norbert Feldhoff nannte den Verleger einen "großen Menschen mit Ecken und Kanten". Vor 48 Jahren sei er aus der Kirche ausgetreten. Die Rückkehr sei für ihn als freiheitsliebenden Menschen nicht einfach gewesen, habe ihn aber glücklich gemacht. Laut Feldhoff lag DuMont der Kölner Dom am Herzen.
So habe er die Wiederherstellung eines Fensters aus dem Welter-Zyklus gestiftet. Leider habe er die Fertigstellung zu Lebzeiten nicht mehr erleben können.

Bilder aus dem Leben von Alfred Neven DuMont FOTO: dpa, fg fdt kde

In der Predigt hob der Hauptgeschäftsführer des katholischen Hilfswerks Misereor, Pirmin Spiegel, das karitative Engagement des Verstorbenen hervor. Über die Alfred Neven DuMont-Stiftung habe er Kinder und Jugendliche in Misereor-Projekten in Indien und Kenia unterstützt, aber auch jungen Menschen in Köln geholfen. Spiegel erinnerte daran, wie DuMont im vergangenen Jahr seinen 87. Geburtstag mit Schülern in einem Ausbildungszentrum von Misereor in Kenias Hauptstadt Nairobi feierte.

Neven DuMont wurde am 29. März 1927 in Köln geboren und trat 1953 in das Verlagshaus M. DuMont Schauberg ein. 1960 wurde er Herausgeber des "Kölner Stadt-Anzeiger". 1964 gründete er die Boulevardzeitung "Express". Als Verleger unter anderem der "Mitteldeutschen Zeitung", der "Berliner Zeitung" und des "Berliner Kurier" sowie der "Hamburger Morgenpost" gehörte er zu den einflussreichen Stimmen in der Medienbranche.

 

 

 

(kna)
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