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Schüsse am Großmarkt in Köln
Angeklagter hat angeblich nie geschossen

Schüsse am Großmarkt in Köln: Angeklagter hat angeblich nie geschossen
Fast fünf Jahre nach der Schießerei bei einem SEK-Einsatz am Kölner Großmarkt steht der Kaufmann (l.) wegen versuchten Totschlags vor Gericht. FOTO: dpa, obe pil
Köln . Fast fünf Jahre nach einer Schießerei am Kölner Großmarkt hat der Prozess gegen einen Kaufmann begonnen, der auf einen SEK-Beamten geschossen haben soll. Verteidiger Gottfried Reimers bestreitet die Vorwürfe – der Angeklagte habe zum angegebenen Zeitpunkt keine Waffe geführt. Von Tim Specks

Der Fall hatte für großes Aufsehen gesorgt. Nachdem der Angeklagte eine frühere Angestellte mit einer Waffe und seine Frau per Telefon bedroht hatte, wollte ihn ein Sondereinsatzkommando am 19. Juni 2011 in seinem Auto stellen. Die Ermittler werfen dem heute 55-Jährigen vor, aus dem Wageninneren auf einen der Beamten geschossen, ihn aber verfehlt zu haben. Die Einsatzkräfte, die sich laut Staatsanwaltschaft als solche zu erkennen gaben, erwiderten das Feuer. Über 100 Schüsse fielen, der Angeklagte wurde von sechs Kugeln unter anderem in beide Unterarme getroffen.

Angeklagte habe keine Waffe gehalten

Die Verteidigung bezeichnet die Vorwürfe als "absurd". Die Beamten seien nicht als solche gekennzeichnet gewesen, weshalb der Angeklagte an einen Überfall gedacht habe. "Der Angeklagte nahm beide Hände hoch. Er hatte nie eine Waffe in der Hand und hat weder gezielt, noch geschossen", so Reimers.

Ein Überwachungsvideo, das der "Kölner Stadt-Anzeiger" veröffentlichte, zeigt den umstrittenen SEK-Einsatz. Ermittler kamen kürzlich zu dem Schluss, dass der erste Schuss von einem Beamten gekommen sei. Zu diesem Zeitpunkt habe der Angeklagte aber bereits auf einen Polizisten gezielt und nur minimal später auch geschossen. Die Anklage lautet unter anderem auf Verstoß gegen das Waffengesetz. Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt. Dann sollen auch erste Zeugen vernommen werden.

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