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Ausweise gefälscht und Konten geplündert
Kölner Polizei zerschlägt Betrügerbande

Kölner Polizei nimmt Ausweisfälscher fest
Kölner Polizei nimmt Ausweisfälscher fest FOTO: Polizei Köln
Köln. Die Kölner Polizei hat eine Betrügerbande zerschlagen, die reihenweise Ausweise gefälscht und damit Geldgeschäfte abgewickelt haben soll.

Am frühen Dienstagmorgen durchsuchten die Ermittler mit rund 100 Einsatzkräften insgesamt 19 Privat- und Geschäftsräume in Köln, Bergisch Gladbach, Meschede und Hürth. Zwei Männer (44, 55) wurden festgenommen. Gegen zwei weitere Männer, 25 und 41 Jahre alt, lagen Haftbefehle vor, sie gelten als Köpfe der Bande.

"Die Tätergruppe hatte sich darauf spezialisiert, Geldgeschäfte mit zuvor gefälschten Ausweisdokumenten abzuschließen", sagt ein Polizeisprecher. Die Banden-Chefs stehen im Verdacht, Mittäter beauftragt zu haben, gefälschte Ausweisdokumente mit Personaldaten von echten Kontoinhabern herzustellen. Die Daten sollen sie weitestgehend von weiteren Komplizen aus der Mobilfunkhändlerbranche erhalten haben.

Die beiden Haupttäter sollen dann in der Drogenszene sogenannte Geldabholer angeworben und diese mit den gefälschten Ausweisen und den Daten der jeweiligen Kontoinhaber ausgestattet haben. In vielen Fällen sollen die Chefs die Abholer zu verschiedenen Bankfilialen gefahren – und die Konten regelrecht geschröpft haben. "Das so erbeutete Geld wurde vermutlich geteilt", sagt der Sprecher.

Bei den Durchsuchungen stellten die Fahnder umfangreiches Beweismaterial, Betäubungsmittel und Waffen sicher. Außerdem entdeckten die  Beamten zwei Fälscherwerkstätten. In einem Kosmetikstudio in Köln-Junkersdorf und in einer Privatwohnung in Köln-Mülheim stellten sie kartonweise Passbilder, Ausweisrohlinge, Stempel, Verträge mit Personaldaten und weiteres professionelles Fälschungszubehör sicher. Die beiden mutmaßlichen Fälscher (44, 55) werden am Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt.

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Nach ersten Auswertungen besteht der Verdacht, dass die beiden Haupttäter diverse Kriminelle mit gefälschten Ausweisen ausgestattet haben, so dass sich daraus neue Ermittlungsansätze für weitere Straftaten ergeben.