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Beisetzung in Köln
"Du wirst sehr fehlen" – Merkel trauert um Westerwelle

Beerdigung von Guido Westerwelle in Köln – Angela Merkel trauert
Angela Merkel bei ihrer Rede zu Ehren von Guido Westerwelle. FOTO: Screenshot ARD
Köln. In Köln fand am Samstag die Trauerfeier für den verstorbenen Guido Westerwelle statt. Zahlreiche Prominente erwiesen dem ehemaligen Außenminister, der zwei Wochen zuvor im Alter von 54 Jahren an den Folgen seiner Leukämie-Erkrankung gestorben war, die letzte Ehre. Von Tanja Karrasch und Christian Spolders

In der Basilika St. Aposteln am Neumarkt in Köln begann um 11 Uhr die Trauerfeier für Guido Westerwelle – und sie endete mit einer der emotionalsten Reden von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die CDU-Politikerin gedachte Westerwelle mit bewegenden Worten und vielen Erinnerungen an die gemeinsame Zeit seit 1990. "Lieber Guido, ich persönlich werde dich als Menschen und Vertrauten vermissen", sagte sie. "Du warst streitbar, empfindsam, nachdenklich, verlässlich, treu. Du wirst sehr fehlen."

Neben Merkel und Bundespräsident Joachim Gauck nahm auch Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) neben Westerwelles Lebenspartner Michael Mronz Platz. Ebenfalls unter den Trauergästen waren der ehemalige Box-Weltmeister Henry Maske, der ehemalige WDR-Intendant Fritz Pleitgen sowie der ehemalige FDP-Vorsitzende und Vize-Kanzler Philipp Rösler. Auch Innenminister Thomas de Maizière (CDU), NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) und Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker waren in der Basilika. Ebenso der Maler Markus Lüpertz und seine Frau Dunja sowie die Schauspielerin Veronica Ferres.

Prominente trauern auf Beisetzung um Guido Westerwelle FOTO: dpa, obe

Auf der Rückseite des Programms zur ökumenischen Trauerfeier war ein Bild von Westerwelle und Mronz abgebildet, mit dem er seit 2003 liiert war. Hinter dem schlichten Holzsarg stand in der Basilika St. Aposteln ein Strauß roter Rosen. Den Trauergottesdienst hielten der Bevollmächtigte des Rats der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Martin Dutzmann, und der Leiter des Katholischen Büros in Berlin, Karl Jüsten.

Eröffnet wurde die Feier mit Ludwig van Beethovens "O welche Lust", zudem sang die Gemeinde das Lied "Von guten Mächten treu und still umgeben" des NS-Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer. Ferres las aus dem Paulus-Brief an die Römer, Filipe Rojas Velozo sang "Nessum Dorma".

Guido Westerwelle – eine Identifikationsfigur

"Er war für viele eine Identifikationsfigur – und für manche genau das Gegenteil", sagte Prälat Karl Jüsten, der Westerwelle von klein auf kannte, in seiner Predigt. Er sei selbstbewusst, vielleicht auch selbstsicher, jedoch auch ein Suchender gewesen: "Er suchte Anerkennung, Liebe und Geborgenheit." Diese habe er vor allem bei seinem Mann gefunden.

Ein Blick in die Basilika St. Aposteln zu Beginn der Trauerfeier für Guido Westerwelle. FOTO: Screenshot ARD

Als Schlusslied sang der Chor "Flieg, Gedanke, auf goldenen Schwingen" aus der Oper Nabbuco von Giuseppe Verdi. Zudem sang Vicky Leandros eine leicht veränderte Version ihres Hits "Ich liebe das Leben".

"So wunderschön war die Zeit mit Dir / Wir wissen, Du liebst das Leben/ Und weinen wir heute sehr um Dich / Du bleibst im Herzen sicherlich", lautete der umgedichtete Refrain, der die Trauergemeinde sehr berührte.

Über Lautsprecher wurde die Trauerfeier für den gebürtigen Bad Honnefer auf den Vorplatz der Basilika übertragen. Die Fürbitten wurden unter anderem vorgetragen von Moderatorin Sabine Christiansen und, im Namen von Westerwelles drei Patenkindern, Anna Hümmrich, Tochter des Bonner FDP-Politikers Werner Hümmrich.

Der Auszug aus der Basilika war wohl mit der schwerste Moment der Trauerfeier für die Familie von Guido Westerwelle und seinen Lebenspartner Michael Mronz. Aber auch Joachim Gauck, Angela Merkel, Thomas De Mazière und vielen weiteren Politikern, die hinter dem Sarg aus St. Aposteln auszogen, war die Trauer deutlich anzusehen. 

Tod am 18. März in Kölner Uniklinik

Im Begleittext zur Trauerfeier hieß es: "Vergesst mir das Lachen nicht... In Dankbarkeit für ein erfülltes Leben mit unglaublich spannenden Momenten, Erlebnissen, Begegnungen, Gesprächen und Zeit und Ruhe, Nähe und Zweisamkeit." Westerwelle, von 2009 bis 2013 Außenminister im Kabinett Merkel II, verstarb am 18. März in der Kölner Universitätsklinik an den Folgen seiner Leukämie-Erkrankung.

Aufgrund der zahlreichen Gäste war der Neumarkt weiträumig abgesperrt, auch etliche Straßen waren gesperrt. Die Beerdigung fand im engsten Familienkreis auf dem Kölner Melaten-Friedhof statt.

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