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Köln
Besonderer Einblick in die Geschichte

Köln. Im Festungsmuseum am Grüngürtel in Marienburg geht es für die Besucher zurück in die Zeit der Preußen in Köln. Das Zwischenwerk VIII b ist dank des ehrenamtlichen Einsatzes das am besten erhaltene Fort der Stadt. Von Stephan Eppinger

Idyllisch liegt das alte Fort im Grüngürtel, dabei war es Teil einer mächtigen preußischen Festungsanlage, die einst Köln umgeben hat. Mit ihr wollte man die Großstadt vor Angriffen schützen. Bis zu 1,60 Meter dick sind die mächtigen Mauern des Baus, der von 2,50 Meter hohen Zäunen, Stacheldraht und spitzen Eisenpfählen umgeben war. "Im Sturm war diese Festung nicht zu nehmen", weiß Martina Schwienbacher, die Besucher ehrenamtlich durch das heutige Festungsmuseum führt. Viel Arbeit hat ihr Verein für die Restaurierung des Zwischenwerks VIII b in Marienburg investiert, von dem heute noch die sogenannte Kehlkaserne, der Graben und eine von einst drei Kaponnieren erhalten sind.

Diese wurden als in den Graben hineinragende Schutzbauwerke, dazu genutzt, die Festung effektiv zu verteidigen - davon zeugen heute noch die Schießscharten. Die Kehlkaserne selbst war der Teil des Forts, die zur Stadt hin lag und die zur Unterbringung und Versorgung der Mannschaften diente. Die Spitzenkaserne, der eigentlich wehrhafte Teil des Forts, wurde nach dem Krieg zerstört.

1815 waren die Preußen nach Köln gekommen und hatten zunächst 500 Meter vor der alten Stadtmauer den Inneren Festungsgürtel mit 14 Forts errichtet. Dazu zählen heute noch der Rosengarten im Agnesviertel und das Fort I im Friedenspark in der Südstadt. Allerdings war die Stadt während des Baus weiter gewachsen, so dass ab 1873/74 links- und rechtsrheinisch ein weiterer, äußerer Festungsgürtel mit zwölf großen Forts errichtet werden musste.

Und weil man die Abstände zwischen den Forts als zu groß erachtete, kamen schon bald kleinere Festungsanlagen, die sogenannten Zwischenwerke, dazu. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges wurde weiter gebaut und das, obwohl die Kriegsfront Köln damals gar nicht tangierte. Nach dem Krieg verlangte der Versailler Vertrag, die wehrhaften Teile der Forts zu schleifen. "Für den Erhalt und für die Schaffung eines Grüngürtel im Bereich der Festungen setzte sich Konrad Adenauer als OB ein", berichtet Schwienbacher bei ihrer Führung durch das Innere des Forts.

Dort können Besucher unter anderem eine Pulverkammer, die Mannschaftsräume und die Küche des Zwischenwerks besichtigen, die vom Verein so hergerichtet wurden, wie sie früher einmal angesehen haben. "Das Leben in den Forts war für die Soldaten alles andere als angenehm. Es war feucht, eng und stickig - viele wurden damals krank", sagt Schwienbacher. Ein Problem in der Kaponniere war auch der dichte Rauch, der beim Abfeuern der Gewehr entstand.

Genutzt wurden die Forts nach dem Krieg unterschiedlich. Aus manchen entstanden Rosengärten mit Parkanlagen, andere dienten Sportvereinen als Umkleiden. So entstand aus dem Zwischenwerk VI b das heutige Geißbockheim des FC. Das Marienburger Zwischenwerk mit dem Festungsmuseum ist das am besten erhaltene Fort der Stadt. "Es geht uns aber nicht darum, die preußische Geschichte zu glorifizieren oder eine Waffensammlung zu präsentieren. Wir wollen ein Stück Kölner Stadtgeschichte im Originalzustand erhalten", erklärt der Vereinsvorsitzende, Robert Schwienbacher.

Quelle: RP
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