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Köln
Bläck Fööss boykottieren Sessionsauftakt

Neuss: Blaue Funken feiern mit Bläck Föös
Neuss: Blaue Funken feiern mit Bläck Föös FOTO: Woitschützke, Andreas
Köln. Sie sind eines der Aushängeschilder des Kölner Karnevals: Die sieben Musiker der Bläck Fööss. Seit mehr als 40 Jahren spielten sie zu wichtigen Veranstaltungen in der Session, darunter auch regelmäßig auf der Eröffnungsfeier am 11.11. auf dem Kölner Heumarkt. Von Oliver Burwig

Jetzt gab die Band bekannt, dass sie dort in diesem Jahr nicht auf der Bühne stehen und nur im "Tanzbrunnen" auf der anderen Rheinseite spielen werde. Als Grund nannte sie schlechte Anfahrtsmöglichkeiten, das zunehmend alkoholisierte junge Publikum in der Altstadt und die zu hohe Lautstärke der auftretenden Bands. Der wohl größte Vorwurf für den Veranstalter: Die Feier sei ihnen nicht mehr "kölsch" genug.

"Die Sessionseröffnung ist von uns ganz bewusst offen angelegt", sagt Ralf Schlegelmilch, Präsident der Willi-Ostermann-Gesellschaft, die das Fest auf dem Heumarkt ausrichtet. Über ein breites Publikum, das nicht nur aus dem Rheinland kommt, freue sich seine Gesellschaft: "Es soll ja keine Inzest-Veranstaltung sein." Die wachsende Lautstärke der Konzerte habe vor allem mit vielen "jungen wilden" Bands wie "Kasalla" zu tun, sagt Schlegelmilch. Für die Anfahrt der Bands werde zudem extra die gesamte Deutzer Brücke für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Das bestätigt auch die Kölner Polizei: Die "logistische Situation am Heumarkt" sei in den vergangenen Jahren immer weiter "verbessert" worden. Beschwerden, auch über die Lautstärke am Platz, gebe es keine.

Bläck Föös beim Open-Air auf dem Kirmesplatz FOTO: salz

Sigrid Krebs, Sprecherin des Kölner Festkomitees, finde es "schade", dass die Bläck Fööss sich gegen den Heumarkt entschieden haben, betonte aber auch, dass es dort "mehrere Dutzend Bands" gebe, die "kölsche Lieder" singen würden. Dass Betrunkene bei der Sessionseröffnung regelmäßig auffällig würden, sei nicht nur der Polizei bekannt. "Natürlich ist Alkohol mit im Spiel. Wir arbeiten deshalb mit Streetworkern zusammen, die darauf achten, dass betrunkene Jugendliche wieder nach Hause kommen", sagt Komitee-Sprecherin Sigrid Krebs. Das Problem könne der Karneval nicht lösen: "Man kann nur an die Eltern appellieren."

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