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Hartes Vorgehen auf Mottowochen angekündigt
Polizeipräsident entsetzt über Gewalt auf Kölner Abiturientenfeier

Köln: Polizeipräsident entsetzt über Gewalt auf Abiturientenfeier
Polizeipräsident Jürgen Mathies kündigte ein konsequentes Vorgehen an. FOTO: dpa, ve vfd
Köln. Der Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies hat nach den Ausschreitungen auf einer Abiturientenfeier auch für die anstehenden Mottowochen ein konsequentes Vorgehen angekündigt. In Neuehrenfeld wurden zehn Schüler in Gewahrsam genommen, zudem wurden Strafanzeigen wegen Landfriedensbruchs und Widerstands gegen die Polizei gestellt.

Etwa 50 angehende Abiturienten hatten laut Polizeimitteilung am Freitagabend im Stadtteil Neuehrenfeld für einen Großeinsatz der Polizei Köln gesorgt. Hintergrund war laut Ermittlungsstand vom Sonntag eine Zulassungsfeier zu den Abiturprüfungen. Die Polizei hatte die Örtlichkeit am Lenauplatz mit einem Großaufgebot von Uniformierten und unter Einsatz von Pfefferspray und Einsatzmehrzweckstock geräumt.

Polizeipräsident Jürgen Mathies reagierte entsetzt auf das Verhalten der Gruppe. "Ohne Anlass wurden die eintreffenden Polizeibeamten mit gewalttätigen Angriffen konfrontiert. Das hat nichts mit feiern zu tun", wurde Mathies in der Mitteilung der Polizei vom Sonntag zitiert.

Gravierende Ruhestörung auf dem Lenauplatz

Anwohner hatten sich gegen 22 Uhr bei der Polizei über eine gravierende Ruhestörung auf dem Lenauplatz beschwert. Als die hinzugerufenen Beamten am Einsatzort eintrafen, wurden sie laut Bericht der Einsatzkräfte sofort aus Menge heraus mit Gegenständen beworfen, bedroht und beleidigt. Mit dem Eintreffen der ersten Verstärkungskräfte nahmen die Polizisten zunächst die beiden Rädelsführer in Gewahrsam.

Die Menge reagierte darauf laut Polizeiangaben mit weiterer Gewalt gegen die Uniformierten. Teilweise versuchten demnach aufgebrachte Schüler durch Angriffe auf Polizisten ihre Mitschüler zu befreien.

"Wir freuen uns für die jungen Menschen, die mit dem Abitur das nächste Lebensziel greifbar vor Augen haben. Grenzüberschreitungen, Gewalt und Straftaten wird die Polizei auch von angehenden Abiturienten nicht tolerieren", sagte Polizeipräsident Mathies und kündigte an: "Die Mottowochen und alle damit verbundenen Aktionen wird die Polizei genau beobachten. Straftaten und Übergriffe werden wir konsequent ahnden. Das gilt insbesondere auch bei Angriffen gegen Polizistinnen und Polizisten."

Polizist am Fuß verletzt

Insgesamt nahmen die eingesetzten Beamten zehn Personen im Alter zwischen 16 und 20 Jahren in Gewahrsam. Die Polizisten brachten Straftaten wie Landfriedensbruch, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und versuchte Gefangenenbefreiung zur Anzeige. Die Ermittlungen dauern noch an. Bei den Einsatzmaßnahmen zog sich ein Beamter eine erhebliche Fußverletzung zu. Er musste im Krankenhaus behandelt werden und war nicht mehr dienstfähig. Insgesamt waren über 70 Beamte im Einsatz.

Auch Josef Wirges, Bezirksbürgermeister des Stadtbezirks Ehrenfeld, verurteilte das Geschehen. "Die dort beteiligten Schüler haben das Klassenziel offenbar noch nicht erreicht, da wäre wohl Nachsitzen angebracht! Wir haben es hier mit einer schlimmen Entgleisung zu tun, die ich so in meinem ´Veedel´ noch nie erlebt habe", erklärte Wirges und ergänzte: "Ich werde diesen gewalttätigen Vorfall am kommenden Dienstag in der ´Kriminalpräventiven Konferenz´ thematisieren. Zu diesem Termin hat Polizeipräsident Mathies seine Teilnahme bereits zugesagt."

(rl)
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