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250 Polizisten im Einsatz
Razzia im Kölner Bordell Pascha

Großrazzia im Nachtclub Pascha in Köln
Großrazzia im Nachtclub Pascha in Köln FOTO: Markus Gerres
Köln. Mehrere hundert Polizisten haben am Dienstagabend stundenlang das Bordell Pascha in Köln durchsucht. Es soll um Steuerfragen gegangen sein. Nur einen Tag zuvor war der Gründer des Rotlichtimperiums zu einer Haftstrafe verurteilt worden.

Mehr als 250 Einsatzkräfte seien an der Großrazzia beteiligt gewesen, sagte Staatsanwalt Rene Seppi. Zu den Hintergründen der Razzia äußerte er sich nicht. Laut Polizei waren Ermittlungen zum Thema Steuern der Grund für die Durchsuchungen, die Polizei habe Amts- und Vollzugshilfe geleistet. Details sind nicht bekannt. Am Abend waren zahlreiche Polizisten vor dem Pascha, einem elfstöckigen Gebäude im Stadtteil Neuehrenfeld, zu sehen. Am Straßenrand standen etliche Einsatzwagen.

Die Großrazzia hatte gegen 20 Uhr begonnen und dauerte bis in den späten Abend. Das Pascha nennt sich selbst auf seiner Webseite "das größte Laufhaus Europas".

Am Montag hatte das Augsburger Landgericht den Gründer des Paschas wegen Steuerhinterziehung zu einer Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt. Bei diesem Urteil ging es allerdings nicht um das Kölner Bordell, sondern um einen Betrieb in München. Dem selbst ernannten "Bordell-König" gehören mehrere Einrichtungen im Rotlichtmilieu. Laut einem Bericht des Bayerischen Rundfunks geht es bei dem Urteil um eine zentrale Frage des Milieus - ob die Dienste der Prostituierten umsatzsteuerpflichtig sind.

Aufsehen erregte im vergangenen Jahr auch eine Razzia in Berlin: Dort durchsuchten im April 2016 rund 900 Polizisten, Zollfahnder und Staatsanwälte ein Großbordell. Die Vorwürfe der Hinterziehung von Steuern und Sozialabgaben erhärteten sich damals aber nicht.

(beaw/lsa/lnw)
 
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