| 16.06 Uhr

Mann in Köln von Straßenbahn getötet
Tatverdächtiger wollte offenbar ins Ausland fliehen

Tod eines Polizisten in Köln: Tatverdächtiger Anwalt wollte wohl fliehen
Blumen und Kerzen an der Bahnhaltestelle Chlodwigplatz. FOTO: Hauser
Köln. Nach dem Tod eines 32-jährigen Polizeibeamten an Karneval in Köln ist nach wie vor unklar, ob der Mann aus Versehen oder absichtlich vor eine Straßenbahn gestoßen wurde. Die Ermittler sahen bei dem Tatverdächtigen Fluchtgefahr.

Videoaufnahmen der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) sollen nach Angaben von Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer die Grundlage für den beantragten Haftbefehl wegen Totschlags gegen einen 44 Jahre alten Tatverdächtigen sein. Ein Richter erließ am Wochenende den Haftbefehl aber wegen fahrlässiger Tötung, weil er offenbar keinen Vorsatz bei den Aufnahmen erkennen konnte. 

"Wir prüfen nun, ob wir dagegen Beschwerde einlegen", sagt Bremer. Der Beschuldigte ist Rechtsanwalt. Weil offenbar Fluchtgefahr besteht, ist er in Untersuchungshaft. Er hatte nach Angaben von Bremer seinen Arbeitsschwerpunkt und seinen Lebensmittelpunkt im Ausland. 

Mann stirbt bei Unfall mit KVB-Bahn in Köln FOTO: Thomas Kraus

Die Polizei hatte den Mann am Flughafen Köln/Bonn festgenommen, er soll auf dem Weg nach Montenegro gewesen sein. 

In der Nacht zum Samstag war der 32 Jahre alte Polizist, der privat zum Feiern mit Freunden in Köln war, in der Südstadt von einer Straßenbahn erfasst und überrollt worden. Er starb noch am Unfallort. Der Tatverdächtige hatte sich als Zeuge gemeldet und war dann selbst in den Fokus der Ermittler gerückt, weil seine Angaben sich von denen der anderen Zeugen stark unterschieden haben sollen. 

Am Rosenmontag besuchte Ministerpräsident Armin Laschet mit Oberbürgermeisterin Henriette Reker den Tatort am Chlodwigplatz. FOTO: dpa

"Er lässt sich anwaltlich vertreten und hat sich zu den Vorwürfen noch nicht eingelassen", sagt Oberstaatsanwalt Bremer. 

(hsr)