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Köln
Bröseliger Sandstein am Dom wird ersetzt

Das ist der Kölner Dom
Das ist der Kölner Dom FOTO: dpa, obe cul
Köln. Die Strebewerke am Südquerhaus des Kölner Doms werden saniert. Vorher musste mit einem Mobilkran ein Grundgerüst nach oben gehievt und aufgebaut werden. Der 60 Tonnen-Kran stand auf dem Roncalliplatz. Von Monika Salchert

Am Kölner Dom beginnt die Sanierung der Strebewerke an der Westseite des Südquerhauses. Bevor die Experten der Dombauhütte mit der Restaurierung starten können, wurde vor ein paar Tagen ein Grundgerüst aufgebaut. Dazu setze die Firma Wasel aus Bergheim auf dem Roncalliplatz einen 76,5 Meter hohen Mobilkran ein. Um dem Gewicht des 60 Tonnen-Krans standhalten zu können, mussten beide Etagen der unter dem Platz liegenden Tiefgarage abgestützt werden. Über der Garage wurde zuvor der ideale Standort für den Kran markiert.

Das Grundgerüst besteht nach Auskunft von Matthias Deml, Pressesprecher der Dombauhütte, aus 51 Doppel-T-Trägern, die eine Länge von bis zu 7,5 Metern und ein Gewicht von bis zu 875 Kilogramm haben.

Die Strebewerksysteme müssen dringend saniert werden, da der Sandstein im Lang- und Querhausbereich an entscheidenden Stellen stark verwittert ist. Laut Matthias Deml wurde dort ab 1842 beim Weiterbau des Domes bis in die 1860er Jahre vor allem der "Schlaitdorfer Sandstein" aus der Gegend von Esslingen am Neckar eingesetzt. Dieser Stein setzt sich aus relativ groben Quarzsandkörner zusammen. Diese sind zwar selbst nahezu resistent gegen Verwitterungen, problematisch ist dagegen das karbonatische Bindemittel des Steines. Durch die Schwefelsäure in der Luft und im Regenwasser wird dieses Bindemittel in Gips umgewandelt. Der wiederum ist wasserlöslich und das führt zu den Schäden an den Mauern.

Als Ersatz für den "Schlaitdorfer Sandstein" wird Sandstein aus Bozanov in Tschechien verwendet. Der im Falkengebirge gebrochene Stein gilt als sehr fest und widerstandfähig. Neben der Steinsanierung werden die noch immer zahlreich vorhandenen Kriegsschäden beseitigt. Im Zweiten Weltkrieg wurden an einigen Stellen ganze Fial-Aufbauten auf den Strebepfeilern abgesprengt. Um einige Fialen haben sich Bleiplatten gewickelt, die durch die Sprengkraft der Fliegerbomben vom Domdach geschleudert wurden.

Parallel zu den Arbeiten am Strebewerk, die voraussichtlich mehrere Jahre dauern werden, wird die Fassade des Südquerhauses saniert. Dort wird vor allem der im 19. Jahrhundert aus Kalkstein gefertigte und mittlerweile bis zur Unkenntlichkeit verwitterte Fries über den Portalen erneuert.

Quelle: RP
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